SANDISK Aktie: Milliarden-Verkauf läuft

Western Digital veräußert SANDISK-Aktien im Milliardenwert, was den Kurs unter Druck setzt. Das Unternehmen selbst bleibt außen vor, während die operative Stärke durch starke Quartalszahlen belegt wird.

SANDISK Aktie
Kurz & knapp:
  • Milliardenschwerer Aktienverkauf durch Western Digital
  • Kurs reagiert mit deutlichem Abschlag
  • SANDISK übertrifft Gewinnerwartungen deutlich
  • Speicherknappheit durch KI-Boom treibt Rally

Western Digital macht ernst: Für 3,2 Milliarden Dollar werden jetzt SANDISK-Anteile aus der Hand gegeben. Die Aktie, die in nur sechs Monaten um 1.200 Prozent explodiert ist, reagiert nervös – der Kurs gibt im nachbörslichen Handel 2,8 Prozent nach.

Der Deal im Detail

Am Dienstag wurde das Secondary Offering offiziell bekannt gegeben. Western Digital verkauft 5,82 Millionen SANDISK-Aktien zum Preis von 545 Dollar je Stück – deutlich unter dem aktuellen Handelskurs von 590,59 Dollar. Das Volumen der Transaktion: 3,09 Milliarden Dollar.

SANDISK selbst bleibt außen vor. Das Unternehmen verkauft keine eigenen Anteile und erhält keinen Cent aus der Transaktion. Der Clou: Western Digital tauscht die Aktien zunächst gegen Schulden, die von Affiliates der Investment-Banken J.P. Morgan Securities und BofA Securities gehalten werden. Diese wiederum verkaufen die Papiere als Selling Stockholders an die Underwriter weiter. Der Abschluss ist für den 19. Februar 2026 geplant – also schon morgen.

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Western Digital steigt komplett aus

Nach dem Verkauf behält Western Digital noch 1,69 Millionen SANDISK-Aktien. Doch auch diese sollen zeitnah über den Tisch gehen – entweder durch weitere Tauschgeschäfte gegen eigene Western Digital-Aktien oder durch direkte Verteilung an die eigenen Aktionäre.

Die Trennung ist damit praktisch vollzogen. SANDISK wurde erst 2025 von Western Digital abgespalten und stellte ursprünglich die Endverbrauchersparte dar. Der Hintergrund der spektakulären Kursrally: Die Speicherknappheit durch den explosionsartigen Ausbau von KI-Rechenzentren. Während Arbeitsspeicher-Hersteller wie Micron bereits seit Monaten profitieren, zog SANDISK mit Flash-Speicherlösungen besonders stark nach.

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Gewinnzahlen überzeugen trotz Verkaufsdruck

Die fundamentalen Daten sprechen für sich: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte SANDISK einen Gewinn je Aktie von 6,20 Dollar – Analysten hatten nur 3,49 Dollar erwartet. Auch der Umsatz überraschte positiv mit 3,03 Milliarden Dollar statt der prognostizierten 2,67 Milliarden Dollar.

Trotzdem belastet der angekündigte Milliarden-Verkauf die Stimmung. Anleger fragen sich: Warum verkauft Western Digital ausgerechnet jetzt, wenn die KI-Speicher-Story doch gerade erst Fahrt aufnimmt? Die Antwort dürfte in der Bilanzoptimierung liegen – der Schulden-gegen-Aktien-Tausch reduziert die Verbindlichkeiten von Western Digital spürbar.

Für SANDISK bleibt die operative Situation stark. Das Portfolio von Solid-State-Drives über USB-Speicher bis zu eingebetteten Produkten profitiert weiter von der Nachfrage nach Flash-Speicher. Die Frage ist nur: Hält die Rally nach dieser Milliarden-Transaktion stand?

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Diskussion zu SANDISK

Über Dieter Jaworski 1509 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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