SanDisk hat für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar ausgewiesen – ein Plus von 372 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 6,90 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 43,97 US-Dollar je verwässerter Aktie. Trotz dieser Zahlen gab die Aktie am Freitag deutlich nach: Der Schlusskurs lag bei 1.050,00 Euro, ein Tagesminus von 4,55 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 30,92 Prozent.
Rekordzahlen treffen auf Skepsis der Analysten
Der Vorstand von SanDisk genehmigte parallel zu den Quartalszahlen ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 14 Milliarden US-Dollar. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 10,30 und 10,80 Milliarden US-Dollar in Aussicht, der non-GAAP-Gewinn je verwässerter Aktie soll zwischen 44,00 und 46,00 US-Dollar liegen. Diese Guidance übertrifft die bereits gemeldeten Quartalswerte nominal deutlich, konnte die Anleger aber offenbar nicht überzeugen.
Mehrere Analysehäuser reagierten am Donnerstag mit gesenkten Kurszielen, ohne ihre grundsätzliche Einschätzung aufzugeben. Wells-Fargo-Analyst Aaron Rakers senkte sein Kursziel von 1.600 auf 1.420 US-Dollar und beließ das Rating bei Equal-Weight. Evercore-ISI-Analyst Amit Daryanani reduzierte sein Kursziel von 3.100 auf 2.800 US-Dollar, bekräftigte jedoch die Kaufempfehlung. Die Spanne der Einschätzungen bleibt damit außergewöhnlich breit: RBC Capital nannte über Analyst Srini Pajjuri ein Kursziel von 1.300 US-Dollar, deutlich unter den Marken von Wells Fargo und Evercore ISI. Diese Divergenz spiegelt sich auch in der Marktreaktion wider – die Aktie bewegt sich derzeit mit einem Relative-Stärke-Index von 41,5 in neutralem Terrain, bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von gut 154 Prozent.
Technologie-Kooperation und Insider-Verkauf
Neben den Geschäftszahlen sorgte SanDisk mit einer technologischen Ankündigung für Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit SK hynix veröffentlichte das Unternehmen die technische Spezifikation für High Bandwidth Flash (HBF) über das Open Compute Project. Die Technologie richtet sich an KI-Inferenzsysteme und soll Speicherlösungen für rechenintensive Anwendungen adressieren – ein Feld, in dem sich mehrere Speicherhersteller derzeit positionieren.
Am selben Tag meldete SanDisk laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht einen Insiderverkauf: Bernard Shek, Chief Legal Officer des Unternehmens, verkaufte 600 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 1.162,16 US-Dollar. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans nach Rule 10b5-1, wie es in der Meldung hieß – ein Instrument, das Führungskräften erlaubt, Transaktionen unabhängig von kurzfristigen Kursbewegungen zu planen.
Western Digital profitiert von SanDisk-Beteiligung
Auch beim ehemaligen Mutterkonzern Western Digital spielte SanDisk eine Rolle in den jüngsten Zahlen. Western Digital meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 3,75 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der GAAP-Nettogewinn von 3,195 Milliarden US-Dollar enthielt laut Unternehmensangaben einen Bewertungsgewinn aus der verbleibenden Kapitalbeteiligung an SanDisk – ein Hinweis darauf, dass die Kursentwicklung von SanDisk auch über die eigene Aktionärsbasis hinaus finanzielle Wirkung entfaltet.
Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Auf der einen Seite stehen ein massives Umsatzwachstum, ein Milliarden-Rückkaufprogramm und eine optimistische Prognose für das laufende Quartal. Auf der anderen Seite trübt der deutliche Kursabschlag der vergangenen Wochen das Bild, während die Kursziele der Analysten trotz bestätigter Kaufempfehlungen spürbar zurückgenommen wurden. Mit einem Abstand von rund 49 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 2.060,00 Euro liegt die Aktie derzeit deutlich unter ihrem Jahreshöchststand, während sie sich gleichzeitig gut ein Fünftel über dem 52-Wochen-Tief von 870,00 Euro bewegt.
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