Ein Unternehmen mit 767 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn — und trotzdem bleibt die Stimmung angespannt. Der Chip-Hersteller SanDisk hat sich am Donnerstag teilweise von den Verlusten der Vortage erholt. Die Aktie legte rund acht Prozent zu auf 2.110,45 US-Dollar.
Am Dienstag war das Papier noch um über fünf Prozent gefallen. Ein neues Allzeithoch bei 2.167,33 US-Dollar lag erst einen Tag zurück. Dann kamen die Warnungen: „Meist überkaufte Aktie der Geschichte“, titelte die Prognoseplattform Polymarket. Der RSI war kurzzeitig über die Marke von 99 geklettert — ein extremes Signal.
Rallye in Rekordzeit
Der Ausverkauf am Dienstag wirkte wie eine technische Verschnaufpause. Die Kurve der vergangenen Wochen ist steil: plus 22 Prozent binnen einer Woche, mehr als 54 Prozent im letzten Monat. Der RSI liegt aktuell bei 69,1 — immer noch im überkauften Bereich. Die jährisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei erschreckenden 98 Prozent.
SanDisk notiert auf dem 100-Tage-Durchschnitt von 1.017 US-Dollar fast doppelt so hoch. Das 52-Wochen-Tief lag im Oktober 2025 bei 146 US-Dollar. Käufer, die damals einstiegen, haben ihr Kapital in acht Monaten mehr als verzehnfacht.
Anzeichen von Vorsicht
Der langfristige Trend bleibt klar bullish: höhere Hochs, höhere Tiefs. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass die Bewertung an ihre Grenzen stößt. Ein RSI von 69,1 signalisiert weiterhin Überhitzung. Die Marktkapitalisierung von rund 317 Milliarden US-Dollar entspricht einem Vielfachen der historischen Bewertung des Speicherchip-Spezialisten.
Anleger scheinen zu kalkulieren: Wie lange kann dieser Lauf noch anhalten? Die extreme Volatilität deutet auf Unsicherheit hin, nicht auf eine geordnete Rallye.
Ob SanDisk die Gewinne konsolidieren kann oder ob eine schärfere Korrektur droht, hängt auch davon ab, ob das Unternehmen in den kommenden Wochen frische Nachrichten liefert. Ohne neuen Treibstoff droht dem überhitzten Papier zunächst eine Verschnaufpause.
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