SanDisk fällt auf ein neues Jahrestief. Gleichzeitig bauen große Investoren ihre Positionen massiv aus. Diese Diskrepanz zwischen Kursverlauf und institutionellem Kaufverhalten wirft eine zentrale Frage auf: Wer hat recht?

Die Aktie des Speicherherstellers rutschte am Freitag auf 1.130,00 Euro und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief. Der aktuelle Kurs von 1.220,00 Euro liegt 40,78 Prozent unter dem Juni-Hoch. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen verlor das Papier 27,38 Prozent.

Wealthfront und Twin Capital greifen zu

Aktuelle Meldungen vom 17. Juli 2026 zeigen ein anderes Bild als der Chart. Wealthfront Advisers LLC hat seine Beteiligung an SanDisk um 1.100,2 Prozent aufgestockt. Twin Capital Management stieg neu ein und kaufte 1.418 Aktien.

Beide Investoren nutzen offenbar die Korrektur, um günstiger einzusteigen. Der 14-Tage-RSI liegt bei 39,5 und signalisiert damit eine beginnende Überverkauft-Situation. Die Positionierung der Institutionen deutet darauf hin, dass sie den langfristigen Wachstumstrend in der KI-Infrastruktur höher gewichten als die kurzfristigen Risiken der Branche.

TSMC-Investitionen und chinesische Konkurrenz belasten

Der Druck auf den Speichersektor kommt von außen. Taiwan Semiconductor Manufacturing hat für 2026 Investitionen von über 60 Milliarden Dollar angekündigt. Hohe Ausgaben signalisieren zwar starke Nachfrage, wecken bei Anlegern aber Sorgen um den freien Cashflow der gesamten Chipbranche.

Hinzu kommt der geplante Börsengang von ChangXin Memory Technologies (CXMT) aus China. Der Speicherhersteller will in Shanghai zwischen 8,6 und 10 Milliarden Dollar einsammeln. Analysten werten den Schritt als Zeichen für verschärften Wettbewerb im NAND- und DRAM-Markt — genau in dem Segment, in dem SanDisk in der ersten Jahreshälfte noch von starker Preissetzungsmacht profitierte.

Analysten sehen deutlich mehr Potenzial

Zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung klafft aktuell eine große Lücke. Evercore ISI hob das Kursziel jüngst auf 3.100 Dollar an. Die Bank begründet dies mit der Stabilität des „neuen Speicher-Paradigmas“, das durch den Bedarf von KI-Rechenzentren getrieben wird.

Goldman Sachs bleibt mit einem Kursziel von 2.200 Dollar ebenfalls optimistisch. Die Bank verweist auf die anhaltende Knappheit im NAND-Angebot als Stützpfeiler für die Preise.

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 5. August 2026 legt SanDisk die Zahlen zum vierten Quartal vor. Investoren achten dabei besonders darauf, ob das Management seine bisherige Prognose von 30,00 bis 33,00 Dollar Gewinn pro Aktie bestätigt. Bei einer annualisierten Volatilität von 142,73 Prozent dürfte es bis dahin turbulent bleiben.