SanDisk hat mit seinem Quartalsbericht Anfang August die Erwartungen übertroffen – und die Aktie ist dennoch unter Druck geraten. Der Speicherchip-Hersteller meldete für das vierte Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 8,97 Milliarden Dollar, ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal, sowie einen Nettogewinn von 6,90 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 39,25 Dollar lag deutlich über den Analystenschätzungen.

Dennoch fiel die Aktie nach der Veröffentlichung im nachbörslichen Handel um 12,1 Prozent. Der Grund: Anleger fürchten, dass der außergewöhnliche Preisanstieg bei NAND-Flash-Speichern seinen Höhepunkt überschritten hat.

Preiswachstum verliert an Tempo

Der Kern des Problems liegt in der Dynamik der Speicherpreise. Nach einem Anstieg von über 70 Prozent in den Vorquartalen hat sich das Wachstum der NAND-Flash-Vertragspreise laut Medienberichten auf 10 bis 15 Prozent im laufenden Quartal abgeschwächt.

Zwei Drittel des jüngsten Umsatzsprungs bei SanDisk stammten aus höheren Preisen, nur ein Drittel aus gestiegenen Absatzmengen. Verlangsamt sich die Preisentwicklung weiter, gerät genau der Hebel ins Wanken, der die Erholung des Unternehmens zuletzt getragen hat.

Verschärft wird die Unsicherheit durch politische Signale aus Washington: Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung, wichtigen heimischen Hardware-Kunden wie Apple zu erlauben, NAND-Flash-Speicher künftig auch vom chinesischen Hersteller YMTC zu beziehen. Das würde die Wettbewerbsposition amerikanischer Anbieter wie SanDisk schwächen und zusätzlichen Preisdruck erzeugen. Am 24. August fiel die Aktie im Zuge dieser Nachricht um 6,9 Prozent auf 1.486,41 Dollar, während der gesamte Speichersektor unter Druck geriet.

Langfristige Verträge als Gegengewicht

SanDisk selbst versucht, mit langfristiger Planungssicherheit gegenzusteuern. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 10,3 und 10,8 Milliarden Dollar sowie ein Ergebnis je Aktie von 44 bis 46 Dollar in Aussicht.

Untermauert wird diese Prognose durch zehn neue Geschäftsvereinbarungen mit einem Mindestvolumen von 93,9 Milliarden Dollar und einer Laufzeit von mindestens vier Jahren.

Beim Investorentag am 13. August präsentierte das Management zudem einen mehrjährigen Finanzrahmen bis zum Geschäftsjahr 2030 mit Umsatzwachstum im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich und einer bereinigten Bruttomarge von rund 80 Prozent.

Auf der Technologieseite bleibt SanDisk aktiv: Gemeinsam mit Kioxia stellte das Unternehmen im August eine neue, neunte Generation von Flash-Speichern für Rechenzentren im Zeichen der künstlichen Intelligenz vor – ein Schritt, der die Aktie zeitweise um rund 8 Prozent nach oben trieb.

Das Vorstandsgremium stockte zudem das Rückkaufprogramm um 14 Milliarden Dollar auf, sodass insgesamt noch 15,5 Milliarden Dollar an Ermächtigung zur Verfügung stehen.

Insider verkaufen, Kursziele sinken leicht

Mehrere Führungskräfte, darunter CEO David Goeckeler und Technologievorstand Alper Ilkbahar, veräußerten im August Aktienpakete – überwiegend im Rahmen steuerlicher Einbehalte im Zusammenhang mit Vergütungsprogrammen, nicht als gezielte Verkaufsentscheidung. Am 24. August senkte Mizuho sein Kursziel für SanDisk von 1.900 auf 1.875 Dollar und reagierte damit auf die schwächere Preisdynamik im Speichermarkt.

Der Kurs notierte zuletzt bei 1.330,00 Euro und lag damit 3,3 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Erholung der vergangenen Wochen ins Stocken geraten ist. Zwischen starken Fundamentaldaten und wachsenden Zweifeln an der Nachhaltigkeit der Preisrally bleibt die Aktie damit vorerst ein Spiegelbild der Unsicherheit im gesamten Speichersektor.