Sangamo Therapeutics zieht die Reißleine. Der Pionier der Gen-Editierung hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Das Ziel ist der Verkauf der wichtigsten Technologie-Plattformen unter gerichtlicher Aufsicht.

Zwei Schwergewichte der Branche stehen bereits als Käufer bereit. Eli Lilly fungiert als Erstbieter für die AAV-Plattform und die Zinkfingernuklease-Technologie. Auch das ST-506-Programm gegen Prionenerkrankungen ist Teil dieses 50-Millionen-Dollar-Pakets.

Astellas Gene Therapies zielt indes auf das Fabry-Programm ST-920 ab. Das Gebot umfasst eine Sofortzahlung von 25 Millionen US-Dollar. Weitere 25 Millionen US-Dollar könnten durch Meilenstein-Zahlungen fließen.

Diese Gebote setzen die Untergrenze für eine Auktion im August 2026 fest. Weitere Vermögenswerte wie das Programm gegen chronische Schmerzen stehen ebenfalls zum Verkauf. Raymond James begleitet den Prozess als Finanzberater.

Der Niedergang zeichnete sich seit Längerem ab. Zwischen 2023 und 2025 häufte Sangamo Verluste von über 478 Millionen US-Dollar an. Der Umsatz brach im gleichen Zeitraum massiv ein.

Zuletzt blieben dem Unternehmen nur noch rund 21 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Die Aktie wird bereits seit Mai 2026 nicht mehr an der Nasdaq gehandelt. Derzeit notiert das Papier lediglich am außerbörslichen OTCQB-Markt.

Um den Betrieb vorerst aufrechtzuerhalten, sicherte sich Sangamo eine Notfinanzierung. Der Geldgeber Northridge ATM stellt bis zu 30 Millionen US-Dollar bereit. Davon fließen sofort 10,5 Millionen US-Dollar in die Kasse.

Parallel dazu entlässt das Management rund 40 Prozent der Belegschaft. Betroffen sind 51 Arbeitsplätze. Künftig sollen nur noch 77 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig sein.

Die Restrukturierung kostet Sangamo schätzungsweise bis zu 4 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen Auszahlungen für nicht genutzten Urlaub. Diese belaufen sich auf rund eine halbe Million US-Dollar.

Aktionäre müssen sich auf einen Totalverlust einstellen. Offizielle Dokumente warnen davor, dass für Anteilseigner am Ende des Verfahrens kaum ein Wert übrig bleiben dürfte. Die endgültige Entscheidung über die Gebote fällt bei der Auktion im Spätsommer.