Sanofi zieht größere Übernahmen in Betracht, um die Medikamentenpipeline vor dem erwarteten Patentablauf von Dupixent zu stärken. Das berichtet Reuters heute unter Berufung auf Finanzchef François Roger. Starke Quartalszahlen und eine erneut angehobene Jahresprognose liefern den operativen Rückenwind. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie Sanofi den derzeitigen Wachstumstreiber langfristig ergänzen will.

Größere Zukäufe als strategische Option

Laut Reuters erwägt Sanofi Transaktionen oberhalb der bisher üblichen Größenordnung von 2–5 Mrd. US-Dollar. Analysten schätzen die verfügbare Akquisitionskapazität auf rund 20 Mrd. Euro. Weitere Einzelheiten zur strategischen Überprüfung werden vor Jahresende erwartet.

Im Mittelpunkt stehen Medikamente in späten Entwicklungsphasen sowie bereits vermarktete Präparate. Sanofi interessiert sich besonders für Immunologie, seltene Krankheiten und Impfstoffe. Das Unternehmen will damit auch die Pipeline nach klinischen Rückschlägen ergänzen. Die Bereitschaft zu größeren Transaktionen ist allerdings noch keine Ankündigung eines konkreten Zukaufs.

Sanofi-Chefin Belén Garijo bezeichnete Geschäftsentwicklung und Übernahmen laut Dow Jones als wichtig für den Umbau. Ein zentraler Anlass ist der erwartete Verlust des Patentschutzes von Dupixent Anfang der 2030er-Jahre. Die heutige Stärke des Medikaments macht diese strategische Aufgabe besonders sichtbar.

Dabei beschränkt sich die Prüfung nicht vollständig auf die etablierten Schwerpunkte. Nach Angaben von Finanzchef Roger kommen auch Projekte für bislang ungedeckte medizinische Bedürfnisse infrage. Kurzfristig hat Sanofi in solchen neuen Bereichen jedoch keine großen Schritte angekündigt. Eine größere Umstrukturierung ist ebenfalls nicht geplant.

Quartalsergebnis schafft operativen Rückenwind

Im dritten Quartal 2026 erzielte Sanofi einen Umsatz von 14,444 Mrd. Euro. Zu konstanten Wechselkursen entsprach das einem Wachstum von 14,3%.

Die Entwicklung übertraf die Markterwartungen. Nach dem Reuters-Bericht lag auch das operative Geschäftsergebnis deutlich über dem Analystenkonsens. Der Ergebnisbericht stützt damit die kurzfristigen Wachstumsziele, während die Übernahmepläne auf die längerfristige Erneuerung des Portfolios zielen.

Das operative Geschäftsergebnis erreichte 5,43 Mrd. Euro gegenüber erwarteten 4,32 Mrd. Euro. Das Business-EPS lag bei 3,55 Euro.

Für die Bewertung möglicher Zukäufe bleiben diese Kennzahlen und der strategische Nutzen getrennte Maßstäbe. Das starke Quartal belegt die laufende Geschäftsdynamik. Ob eine Übernahme das Portfolio sinnvoll ergänzt, hängt dagegen vom jeweiligen Medikament und den Vertragsbedingungen ab.

Dupixent wächst, Impfstoffe bremsen

Dupixent setzte 5,7 Mrd. Euro um und wuchs damit um 34,8%. Der Umsatz neuer Pharmaeinführungen erreichte 1,4 Mrd. Euro.

Damit tragen neben dem wichtigsten Wachstumstreiber auch neue Medikamente zur Expansion bei. Nicht alle Geschäftsfelder entwickelten sich jedoch in dieselbe Richtung: Das Impfstoffgeschäft verzeichnete einen Umsatzrückgang und begrenzte den Zuwachs des Konzerns.

Sanofi hob die Prognose für 2026 heute zum zweiten Mal an. Erwartet werden nun ein Umsatzwachstum im niedrigen und ein Business-EPS-Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Beide Angaben gelten zu konstanten Wechselkursen.

Die nächste strategische Konkretisierung soll vor Jahresende folgen. Für Anleger wird entscheidend, wie Sanofi die größere Übernahmebereitschaft in konkrete Projekte übersetzt. Der Maßstab ist dabei klar: Zusätzliche Medikamente sollen das Wachstum über die heutige Stärke von Dupixent hinaus absichern.