Das Geschäftsjahr 2025 ist offiziell abgehakt — und der Markt schaut bereits auf das, was als Nächstes kommt. Mit dem Q1-Bericht 2026 und dem Soracaya-Projekt stehen zwei Weichenstellungen an, die das Jahr für Santacruz Silver entscheiden könnten.

Die Zahlen hinter dem Nettogewinn-Rückgang

Die Jahreszahlen, die Ende März eingereicht wurden, zeigen ein zweigeteiltes Bild. Einerseits legte der Umsatz um 15 Prozent auf 326,4 Millionen US-Dollar zu. Der Bruttogewinn sprang um 91 Prozent auf 109,4 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA verdoppelte sich nahezu auf 104,6 Millionen Dollar. Der operative Cashflow erreichte 79,1 Millionen Dollar.

Andererseits brach der Nettogewinn um 74 Prozent auf 42,2 Millionen Dollar ein. Der Grund: Im Vorjahr hatte ein einmaliger Buchgewinn aus einer Kaufpreisanpassung sowie erhebliche Währungsgewinne das Ergebnis künstlich aufgebläht. Operativ steht Santacruz Silver deutlich besser da als diese Zahl vermuten lässt.

Bolivar auf dem Weg zurück

Das dominierende Thema bleibt die Bolivar-Mine in Bolivien. Ein Wassereinbruch im Mai 2025 schnitt den Zugang zu den silberreichen Zonen Pomabamba und Nané für einen Großteil des Jahres ab. Die Folge: Die Silberproduktion sank um 17 Prozent, die Zinkproduktion um 8 Prozent, die Gesamtproduktion in Silberäquivalenten um 11 Prozent auf 14,4 Millionen Unzen.

Das vierte Quartal 2025 deutete jedoch auf eine Trendwende hin. Der Durchsatz stieg gegenüber Q3 um 22 Prozent, die Silberäquivalentproduktion legte um 34 Prozent zu. Das Entwässerungsprogramm läuft nach Unternehmensangaben schneller als geplant. Die vollständige Erholung erwartet das Management für Q4 2026.

Die Q1-2026-Zahlen werden das erste vollständige Quartal mit beiden Zonen im regulären Betrieb abbilden — und damit zeigen, ob der Erholungspfad hält, was er verspricht.

Soracaya und die Portfoliostärke

Parallel dazu treibt Santacruz das Soracaya-Explorationsprojekt in Bolivien voran, an dem das Unternehmen 100 Prozent hält. Es gilt als wichtigste mittelfristige Wachstumsoption. In Mexiko konzentriert sich das Management auf verbesserte metallurgische Ausbeuten bei der Zimapan-Mine, dem volumenstärksten Betrieb.

Während Bolivar schwächelte, federten andere Standorte den Ausfall ab. San Lucas steigerte die verarbeiteten Mengen um 14 Prozent, Zimapan erhöhte die Silberäquivalentproduktion um 5 Prozent. Diese Portfoliobreite begrenzte den Schaden — und dürfte bei einer Bolivar-Erholung zum Hebel werden.

Unterstrichen wird die Entwicklung durch eine Auszeichnung: Santacruz Silver belegte 2026 den ersten Platz im TSX Venture 50, basierend auf einer Kurssteigerung von 1.103 Prozent und einem Marktkapitalisierungswachstum von 1.137 Prozent im Jahr 2025.

Was Q1 2026 zeigen muss

Die Rohstoffpreise für Silber, Zink und Blei bleiben auf einem Niveau, das die Margen stützt. Das operative Fundament ist solide. Entscheidend wird nun sein, wie schnell Pomabamba und Nané ihre Sollproduktion erreichen — denn die ambitionierten Produktionsziele für das zweite Halbjahr 2026 hängen genau daran.