Vor gut einer Woche markierte die SAP-Aktie noch ihr 52-Wochen-Tief. Jetzt steht ein Wochenplus von 13,45 Prozent zu Buche. Der Kurs schloss am Freitag bei 159,40 Euro, ein Tagesgewinn von 1,65 Prozent. Für einen Softwarekonzern, der monatelang nur eine Richtung kannte, ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende.
Vom Tief zur technischen Stabilisierung
Am 23. Juli 2026 fiel die Aktie auf 127,52 Euro. Seitdem hat sie sich um 25 Prozent erholt. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 258,60 Euro aus dem Juli 2025 bleibt zwar noch viel Luft. Aber ein wichtiges technisches Signal ist bereits gesetzt: SAP hat die 100-Tage-Linie nach oben durchbrochen, nachdem der Titel seit Mitte August 2025 in einem Abwärtstrend feststeckte.
Der aktuelle Kurs liegt inzwischen deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 144,49 Euro. Zur 200-Tage-Linie bei 174,67 Euro fehlen noch 8,74 Prozent – der Abstand schrumpft aber spürbar.
Der Finanzchef kauft nach
Ein Detail sticht heraus: SAP-Finanzchef Dominik Asam hat am 27. Juli erneut Aktien des eigenen Konzerns gekauft. Bereits Ende Januar hatte er 6.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von rund 169 Euro erworben, ein Investment von über einer Million Euro aus privatem Vermögen. Solche Insider-Käufe gelten am Markt meist als Vertrauensbeweis in die eigene Aktie.
Auch Analysten liefern Rückenwind – trotz gesenkter Kursziele. Die UBS hatte ihr Ziel im Juli von 205 auf 164 Euro gekappt und begründete das mit der aus ihrer Sicht zu zögerlichen Einführung von KI-Agenten bei SAP-Großkunden. An der Kaufempfehlung hält die Schweizer Bank trotzdem fest. Als Grund nennt sie den beschleunigten Zuwachs beim kurzfristigen Cloud-Vertragsbestand. Goldman Sachs vergab nach den Quartalszahlen ebenfalls eine Kaufempfehlung, während sich andere Häuser über die weitere Kursrichtung uneinig zeigten.
Zahlen liefern das Fundament
Der Kursanstieg fällt nicht vom Himmel. Am 23. Juli hatte SAP robuste Quartalszahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 9,42 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro, nach 9,03 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,89 Euro, verglichen mit 1,46 Euro im Vorjahresquartal.
Besonders das Cloud-Geschäft zeigt Dynamik. Der Current Cloud Backlog wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt waren es 26 Prozent. Genau dieser Wert dürfte auch die UBS zu ihrem Optimismus trotz Kurszielsenkung bewogen haben.
Die nächsten Quartalszahlen erwartet der Markt Mitte Oktober. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob SAP das Cloud-Wachstum halten kann. Mit einem RSI von 64,1 ist die Aktie noch nicht überhitzt, die Volatilität von rund 49 Prozent auf 30-Tage-Basis lässt aber weiterhin größere Ausschläge in beide Richtungen zu.
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