SAP hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 und einem umfangreichen Kapitalrückführungsprogramm für Aufsehen gesorgt. Der Softwarekonzern meldete kräftiges Cloud-Wachstum und legte kurz darauf mit einer neuen Rückkauf-Tranche nach – ein Doppelschlag, der die Aktie in den vergangenen Wochen spürbar angetrieben hat.

Cloud-Geschäft treibt die Zahlen

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Cloud-Umsatz um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim Cloud-Backlog aus, der um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro kletterte und damit einen Blick auf künftige Umsätze erlaubt. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis legte um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro zu. Zugleich passte SAP die Jahresprognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis leicht an: Statt der bisherigen Spanne von 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro – Grund sind Verwässerungseffekte durch Zukäufe.

Der Markt honorierte die Kombination aus Wachstum und klarer Kapitalstrategie. Die Aktie schloss am Freitag bei 159,40 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen um 14,30 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 257,70 Euro aus dem August 2025 bleibt das Papier dennoch 38,15 Prozent entfernt – die Erholung hat also noch deutlich Luft, bevor alte Höchststände wieder in Reichweite rücken.

Rückkauf und Insiderkauf setzen Signale

Nur vier Tage nach den Quartalszahlen startete SAP die zweite Tranche ihres Aktienrückkaufprogramms 2026 mit einem Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro, was rund 18,5 Millionen Aktien entspricht. Das Gesamtprogramm ist bis Ende 2027 auf 10 Milliarden Euro angelegt und unterstreicht, dass der Konzern trotz laufender Zukäufe Kapital an die Aktionäre zurückgeben will.

Parallel dazu sorgte eine Insider-Transaktion für zusätzliche Aufmerksamkeit: CEO Christian Klein erwarb am 24. Juli eigene Aktien im Wert von 325.219 Euro. Solche Käufe aus der Führungsebene werden von Anlegern häufig als Vertrauensbeweis in die eigene Strategie gelesen, auch wenn sie das Kursbild allein nicht erklären.

Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen

Nach den Zahlen meldeten sich mehrere Analysehäuser mit teils gegensätzlichen Einschätzungen zu Wort. Am 28. Juli bestätigten die Analysten von Jefferies ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 210 Euro und verwiesen auf die starke Dynamik bei Cloud-Abonnements. Die Analysten von Goldman Sachs senkten am 27. Juli ihr Kursziel von 230 auf 215 Euro, hielten aber ebenfalls an der Kaufempfehlung fest.

Andere Häuser positionierten sich zurückhaltender oder in ähnlicher Bandbreite: Berenberg bestätigte am 27. Juli ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 205 Euro, die Deutsche Bank sah am 24. Juli ebenfalls Potenzial mit einem Ziel von 200 Euro. JPMorgan blieb am 27. Juli bei einer neutralen Einstufung und einem deutlich niedrigeren Kursziel von 175 Euro – ein Hinweis darauf, dass die Bewertung der Aktie nach dem jüngsten Anstieg nicht mehr von allen Seiten unumstritten gesehen wird.

Blick auf die kommenden Monate

Die nächste Standortbestimmung folgt am 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte auch der Abschluss der im Juli angekündigten Übernahme des Data-Lakehouse-Spezialisten Dremio erfolgen, der im dritten Quartal 2026 erwartet wird. Beide Termine geben Anlegern konkrete Anhaltspunkte, ob sich das starke Cloud-Wachstum und die Rückkaufstrategie in den kommenden Monaten fortsetzen.