Barclays hat das Kursziel für SAP gestern von 210 auf 250 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt. Damit fällt die Bewertung nach den Quartalszahlen günstiger aus. Für Anleger steht dabei die Frage im Mittelpunkt, wie stark das Cloudgeschäft und neue Angebote die optimistischeren Einschätzungen tragen.

Höhere Ziele nach den Zahlen

Auch Deutsche Bank Research erhöhte gestern das Kursziel und bestätigte die Kaufempfehlung. Nach Angaben von dpa-AFX begründete das Haus seine Einschätzung mit der zunehmenden kommerziellen Bedeutung des Angebots „Autonomous Enterprise“. Damit richtet sich der Blick nicht allein auf das ausgewiesene Wachstum, sondern auch auf die geschäftlichen Perspektiven dieses Angebots.

Das neue Kursziel der Deutschen Bank liegt bei 235 Euro nach zuvor 200 Euro. Barclays setzt die Zielmarke somit höher an. Beide Häuser behielten ihre positiven Empfehlungen bei und erhöhten nach den Ergebnissen ihre Kursziele.

Die SAP-Aktie gewann gestern 3,4%. Die Bewegung fiel damit in das positive Nachrichtenumfeld nach den Quartalszahlen und den Analystenreaktionen. Eine eindeutige Zuordnung des Tagesgewinns zu einer einzelnen Meldung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Cloudgeschäft liefert die operative Grundlage

SAP hatte am Mittwoch für das dritte Quartal 2026 einen Cloudumsatz von 6.668 Millionen Euro gemeldet. Das entsprach einem Wachstum von 26 %. Die Entwicklung liefert einen operativen Anknüpfungspunkt für die optimistischeren Bewertungen nach der Veröffentlichung.

Auch der Auftragsbestand im Cloudgeschäft legte zu. Er ergänzt die Umsatzentwicklung als Maßstab für die Beurteilung des Geschäfts.

Der Current Cloud Backlog erreichte 24,1 Milliarden Euro und stieg damit um 28 %. Währungsbereinigt betrug das Plus 26 %. Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wichtig: Auch ohne den Währungseinfluss blieb das Wachstum deutlich.

Wachstum erfasst Umsatz und Betriebsergebnis

Die Verbesserung beschränkte sich nicht auf das Cloudgeschäft. SAP meldete für den Konzernumsatz ein Plus von 13 % und für das IFRS-Betriebsergebnis einen Anstieg um 18 %. Das Betriebsergebnis wuchs damit stärker als der Umsatz.

Die höheren Kursziele stehen somit neben einer Verbesserung mehrerer operativer Kennzahlen. Die Deutsche Bank nennt zusätzlich die kommerzielle Bedeutung von „Autonomous Enterprise“ als Argument. Für Anleger sind diese Begründungen aussagekräftiger als der Tagesgewinn allein: Sie zeigen, worauf sich die günstigeren Bewertungen nach den Quartalszahlen stützen.