SAP geht nach den Quartalszahlen zuversichtlicher in den Jahresendspurt. Am Donnerstag berichtete dpa-AFX über bessere Ergebnisse und Cloudvertragsabschlüsse als erwartet. Die höhere Umsatzambition hat allerdings eine Einschränkung: Risiken für die Buchungen im Schlussquartal bleiben bestehen. Für Anleger entscheidet damit nicht allein das starke abgelaufene Quartal, sondern auch die Fortsetzung dieser Entwicklung.

Auftragsbestand stützt die Erwartungen

Der Current Cloud Backlog erreichte im dritten Quartal 2026 einen Wert von 24,1 Mrd. €. Damit wuchs er um 28 %. Goldman Sachs verwies nach den Zahlen ausdrücklich auf die Stärke dieses Auftragsbestands.

Die Kennzahl steht im Mittelpunkt der positiven Bewertung. Sie ergänzt das bereits realisierte Umsatzwachstum um den Blick auf vertraglich gesicherte Cloudgeschäfte. Die überzeugenden Abschlüsse erklären, weshalb die Analystenreaktionen trotz der vorsichtigen Aussagen zum Schlussquartal überwiegend positiv ausfielen.

Die Clouderlöse stiegen um 26 %, währungsbereinigt waren es 25 %. Der Gesamtumsatz legte um 13 % zu.

Damit beschränkt sich das Wachstum nicht auf neue Vertragsabschlüsse. Auch in den ausgewiesenen Erlösen setzte sich die Expansion fort. Auftragsbestand und Umsatzentwicklung liefern somit unterschiedliche Belege für die Zuversicht beim Cloudgeschäft.

Höhere Ambition innerhalb bestehender Spannen

SAP richtet die Erwartung für die Cloudumsätze 2026 auf das obere Ende der bisherigen Spanne von 25,8–26,2 Mrd. € aus. Eine darüber hinausgehende neue Bandbreite stellte das Unternehmen nicht in Aussicht.

Diese Unterscheidung ist für die Einordnung wichtig: SAP wurde optimistischer, ohne den bisherigen Prognoserahmen zu verlassen. Die Quartalszahlen stärkten damit die Erwartung innerhalb der bereits kommunizierten Grenzen.

Auch bei den Cloud- und Softwareerlösen peilt SAP für 2026 das obere Ende der Spanne von 36,3–36,8 Mrd. € an. Die Ergebnisprognose blieb unverändert.

Analysten setzen auf den Cloudwechsel

Laut dpa-AFX erhöhten am Donnerstag mehrere Analysehäuser ihre Kursziele und bestätigten positive Anlageurteile. Barclays-Analyst Sven Merkt verwies auf anziehende KI-Angebote und deren Rolle beim Wechsel der Kunden in die Cloud.

Damit reicht die positive Einschätzung über die gemeldeten Quartalszahlen hinaus. KI-Angebote gelten in dieser Argumentation als Unterstützung für die Cloudmigration. Konkrete Kennzahlen zur Entwicklung der eigenen KI-Angebote fehlten allerdings als zusätzlicher Bewertungsmaßstab.

Das begrenzt die Aussagekraft der positiven Kommentare. Für SAP sprechen die starken Vertragsabschlüsse und die höhere Umsatzzuversicht. Als Gegenpunkt bleiben die von dpa-AFX genannten Risiken für die Buchungen im Schlussquartal. An ihnen muss sich messen lassen, wie belastbar die angehobenen Erwartungen sind.