Die Analysten von Berenberg haben am Freitag ihr Kursziel für SAP von 215 auf 205 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ jedoch bestätigt. Parallel hob die Erste Group Bank am selben Tag ihre Gewinnschätzung für SAP für das laufende Jahr an. Die gegenläufigen Signale zeigen, wie unterschiedlich der Markt die jüngste Entwicklung des Softwarekonzerns derzeit gewichtet.
Die Aktie selbst zeigt sich davon unbeeindruckt und notiert am Mittwoch bei 183,70 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bei 181,90 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier um 32 Prozent zugelegt. Der Relative-Stärke-Index von 73,1 signalisiert allerdings eine überkaufte Marktlage.
Rückkaufprogramm läuft unvermindert weiter
Neben den Analystenstimmen bleibt SAP auch als Käufer eigener Aktien aktiv. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der Konzern rund 2,9 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 169,72 Euro.
In der Woche vom 10. bis 14. August kamen weitere 50.000 Aktien hinzu, jeweils 10.000 Stück pro Handelstag. Damit summiert sich das laufende Rückkaufprogramm auf 5.128.529 Aktien.
Solche kontinuierlichen Rückkäufe stützen üblicherweise den Kurs, unabhängig von kurzfristigen Nachrichten. Sie unterstreichen zugleich, dass der Vorstand die eigene Aktie auch nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen nicht für überteuert hält.
Kursziel-Spanne bleibt weit
Insgesamt bewerten 28 Analysten die SAP-Aktie derzeit mit „Strong Buy“: 24 Kaufempfehlungen stehen vier Halten-Voten gegenüber, eine Verkaufsempfehlung gibt es nicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 203,22 Euro, was einem Aufschlag von 10,6 Prozent zum damaligen Kurs von rund 183,75 Euro entspricht.
Die Spanne der Einzelschätzungen reicht jedoch von 131,30 bis 304,50 Euro und zeigt, wie unterschiedlich die Häuser das Wachstumspotenzial nach der zuletzt schwächeren KI-Adoption bei Großkunden einschätzen.
Trotz der Kürzung durch Berenberg bleibt das durchschnittliche Kursziel oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Anleger, die auf die jüngste Kursrallye der vergangenen Wochen schauen, dürften auch die Volatilität des Papiers im Blick behalten: Mit 45 Prozent auf Jahressicht bewegt sich SAP deutlich stärker als in ruhigeren Marktphasen üblich.
Nächster Termin: Q3-Zahlen im Oktober
Auf der fundamentalen Seite verweist der Konzern auf sein Cloud-Geschäft als Wachstumstreiber: Im zweiten Quartal war der Cloud-Auftragsbestand um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gestiegen.
Ob sich dieses Tempo im laufenden dritten Quartal fortsetzt, zeigt sich erst mit den nächsten Geschäftszahlen, die SAP für den 21. Oktober nach Börsenschluss angekündigt hat. Bis dahin dürften Anleger die divergierenden Analystenmeinungen als Orientierung nehmen, ohne dass sich ein einheitliches Bild durchsetzt.
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