BofA Securities hält an SAP als einem ihrer Top-Favoriten im Softwaresektor fest. Die Bank sieht nach dem Start der Berichtssaison für das dritte Quartal „solide“ Vorzeichen. Ein Restrisiko bleibt allerdings: Die Stimmung im Sektor gilt weiterhin als fragil.
Berichtssaison überwiegend positiv
Neben SAP zählen Sage Group, Planisware, HBX Group, Nemetschek und Temenos zu den Favoriten der Analysten. Von den zwölf Unternehmen im Beobachtungsuniversum, die bereits berichtet haben, übertrafen zehn die Umsatzerwartungen. Nur Temenos und Netcompany blieben darunter. Bei den vier Unternehmen, die schon Gewinnzahlen vorlegten, fielen alle besser aus als erwartet.
Die meisten hoben zudem ihre Prognosen an, darunter Dassault Systèmes, Capgemini, Sopra Steria und eben auch SAP. Adyen bildete die Ausnahme: Der Zahlungsdienstleister senkte seine Margenziele, weil er in Zukäufe investiert, um die starke Nachfrage zu bedienen.
BofA erkennt bislang keine klaren Anzeichen dafür, dass künstliche Intelligenz Softwareanbieter verdrängt. Auch die politische Unsicherheit in Frankreich und im Nahen Osten habe keine nennenswerten Folgen für die Branche. Die Fundamentaldaten im gesamten Coverage-Universum wirken demnach gesund.
Die Stimmung bleibt anfällig
Die Börse reagiert trotzdem empfindlich. Am 29. Oktober gaben SAP-Papiere im vorbörslichen Handel um knapp zwei Prozent nach, nachdem ServiceNow und Fortinet enttäuscht hatten. Beide hoben zwar ihre Jahresausblicke an. Anleger störten sich jedoch an der schwachen Prognose für das vierte Quartal, am verlangsamten Wachstum in Fortinets Servicesparte und an hinterherhinkenden Abonnementerlösen bei ServiceNow.
Planisware zeigt, wie hoch die Messlatte liegt. Das Unternehmen steigerte den Quartalsumsatz um gut 15 Prozent und übertraf die Erwartungen. Dennoch fiel die Aktie am 23. Oktober um 7,3 Prozent, weil Anleger auf eine Anhebung der Jahresziele gehofft hatten.
Partnerschaft im Logistikbereich
Auf der Produktseite gab es heute eine kleinere Meldung: Descartes hat seine Lösung für Seefrachtverfolgung in SAP Business Network Freight Collaboration und SAP Business Network Global Track and Trace integriert. Verlader erhalten damit nahezu in Echtzeit Daten zu Containerbewegungen direkt in ihren bestehenden SAP-Abläufen. Die Anwendung ist im SAP Store verfügbar. Für den Konzern ist das ein Baustein im Ökosystem, kein Kurstreiber.
Sieben der zehn noch ausstehenden Berichte aus BofAs Universum erscheinen noch diese Woche. Sie dürften zeigen, ob die positive Grundtendenz der Saison hält.
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