Wenige Tage vor den neuen Quartalszahlen trübt sich die Stimmung bei SAP ein. Die Deutsche Bank kappt das Kursziel für den Softwarekonzern. Investoren blicken nun nervös auf die bevorstehenden Ergebnisse.

Konservativere Margen

Die Analysten der Deutschen Bank senkten am Montag ihre Erwartungen. Das neue Kursziel liegt bei 200 Euro, nach zuvor 220 Euro. Die Kaufempfehlung bleibt allerdings bestehen. Die Experten rechnen mit einer schwächeren kurzfristigen Margenentwicklung. Der langfristige Investment-Case für SAP gilt weiterhin als intakt.

Der Fokus verschiebt sich damit auf den kommenden Donnerstag. Dann präsentiert das Management die Geschäftszahlen für das erste Quartal. Anleger achten dabei besonders auf das Wachstum im Cloud-Geschäft. Hier peilt SAP für das Gesamtjahr rund 26 Milliarden Euro Umsatz an.

Daten-Infrastruktur im Ausbau

Parallel dazu rüstet der Konzern seine technische Basis auf. Ende März gab SAP die geplante Übernahme des Softwareanbieters Reltio bekannt. Dieser Zukauf soll die konzerneigene Daten-Cloud stärken. Kunden können ihre Stammdaten damit besser für Anwendungen der künstlichen Intelligenz aufbereiten.

Zusätzlich sichert der Aufsichtsrat die personelle Kontinuität ab. Das Gremium verlängerte den Vertrag von Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer vorzeitig.

Dividende stützt den Kurs

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Unsicherheit deutlich wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund ein Viertel seines Wertes. Aktuell notiert die Aktie bei gut 150 Euro. Der Kursverlauf testet damit eine wichtige charttechnische Unterstützungszone.

Neue Impulse liefert bald die Hauptversammlung am 5. Mai. Dort stimmt das Aktionärsgremium über eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie ab. Die Auszahlung der Gewinnbeteiligung ist für den 8. Mai angesetzt.

Kurz gesagt: Die kommenden Tage definieren den Trend. Liefert das Cloud-Segment am Donnerstag die erhofften Wachstumsraten, könnte die Aktie ihre aktuelle Schwächephase beenden. Enttäuschen die Margen wie von Analysten befürchtet, droht ein weiterer Test der jüngsten Tiefstände.