Gute Zahlen allein reichten SAP zuletzt nicht, um die Anleger zu überzeugen. Jetzt liefert die Kurstechnik, was die Bilanz allein nicht schaffte – und die Aktie klettert zurück in Regionen, die vor Wochen noch unerreichbar schienen.

Im zweiten Quartal 2026 steigerte SAP den Gewinn je Aktie um rund 29 Prozent, der Cloud-Umsatz legte um 24 Prozent zu. Trotzdem notierte die Aktie phasenweise rund ein Viertel unter ihrem Rekordhoch vom Oktober 2025. Der Grund lag weniger in den Zahlen selbst als in den Wachstumssorgen der gesamten Softwarebranche, die durch den Konkurrenzdruck aus dem KI-Bereich zusätzlich befeuert wurden.

Salesforce bringt die Wende

Der entscheidende Impuls kam von außen: Salesforce legte mit seiner Bilanz bessere Zahlen und einen ermutigenden Ausblick vor, was Bedenken über einen KI-bedingten Margendruck in der gesamten Branche dämpfte. SAP profitierte direkt davon und gewann an der Börse deutlich hinzu. Die Wachstumssorgen sind damit zwar nicht komplett vom Tisch, doch die akuten KI-Ängste haben sich spürbar gelegt.

Charttechnisch hat sich seit dem Tief bei 127,50 Euro Ende Juli eine Erholung durchgesetzt, die zuletzt das wichtige Widerstandsband um 165 Euro – dort verlief auch der 200-Tage-Durchschnitt – nachhaltig überwunden hat. Damit rücken die übergeordneten Ziele um 190 bis 198 Euro wieder in den Fokus. Sollte es zu Gewinnmitnahmen kommen, gelten die Marken bei etwa 180 und 172 Euro als wichtige Unterstützungen.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Bank of America: Das Institut hob sein Kursziel von 208 auf 223 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“.

Bewertung bleibt gespalten

Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Ausgangslage für SAP nicht eindeutig. Der Softwarekonzern ringt weiterhin mit hohen Markterwartungen im Bereich Künstliche Intelligenz – ein Thema, das die gesamte Branche seit Monaten begleitet und das mit den Salesforce-Zahlen nur teilweise entschärft wurde.

Die Frage, ob SAP das eigene KI-Wachstum in den kommenden Quartalen tatsächlich so beschleunigen kann, wie es der Aktienkurs inzwischen wieder einpreist, bleibt unbeantwortet.

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob der Kurs die Zone um 190 Euro nachhaltig durchbricht. Gelingt das, wäre der Weg zur 198-Euro-Marke frei – scheitert der Ausbruch, rücken die Unterstützungen im Bereich von 180 und 172 Euro wieder in den Vordergrund.