Die SAP-Aktie setzt ihre Erholung fort. Am Montag schloss das Papier bei 165,00 Euro, ein Plus von 3,59 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser sind zwei Nachrichten, die binnen weniger Tage zusammenkamen: die Einstellung eines Kartellverfahrens und überraschend robuste Zahlen aus dem Cloud-Geschäft.

Kartellamt beendet Verfahren ohne Auflagen

Das Bundeskartellamt hat am 30. Juli sein Vorermittlungsverfahren gegen SAP eingestellt, wie das Unternehmen und Handelsblatt bestätigten. Die Behörde war dem Vorwurf nachgegangen, SAP missbrauche beim Datenzugriff seine Marktmacht – eine Beschwerde, die vom Wettbewerber Celonis ausgelöst worden war. Auflagen gab es keine. Für SAP fällt damit eine regulatorische Belastung weg, die über Monate im Raum stand und Anleger verunsichert hatte.

Die Entscheidung reiht sich in eine ohnehin freundliche Nachrichtenlage ein. Bereits am 23. Juli hatte SAP die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt: Der Cloud-Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Noch aussagekräftiger für die künftige Geschäftsentwicklung ist der Current Cloud Backlog, der währungsbereinigt um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zulegte – ein Indikator dafür, wie viel Auftragsvolumen bereits gesichert ist, bevor es sich in Umsatz niederschlägt.

Prognose leicht angepasst, Rückkauf läuft weiter

Der Vorstand justierte parallel die Jahresprognose für das Non-IFRS Betriebsergebnis 2026 nach unten, von zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro auf nun 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Als Grund nannte das Unternehmen Verwässerungseffekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs. Letztere wurde bereits am 17. Juli vollzogen und soll die „Business AI“-Plattform von SAP stärken. Die Anpassung fällt moderat aus und wurde von den jüngsten operativen Zahlen offenbar überdeckt.

Zusätzliche Unterstützung kommt aus dem Kapitalmarktprogramm: Am 27. Juli startete SAP die zweite Tranche seines Aktienrückkaufs 2026 mit einem Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro, was rund 18,5 Millionen Aktien entspricht. Das Gesamtprogramm bis Ende 2027 ist auf 10 Milliarden Euro angelegt. Auch CEO Christian Klein zeigte Vertrauen in den eigenen Titel: Am 24. Juli erwarb er im Rahmen eines Eigengeschäfts 2.052 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 133,60 Euro, ein Gesamtvolumen von 325.219 Euro.

Charttechnisch noch nicht zurückerobert

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch 5,36 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt – die langfristige Trendlinie ist damit noch nicht zurückerobert. Das Rückkaufprogramm, die weggefallene Kartell-Unsicherheit und der wachsende Cloud-Backlog liefern jedoch fundamentale Argumente, die über die kurzfristige Kursbewegung hinausreichen.

Der nächste Termin, an dem sich zeigen muss, ob die operative Dynamik anhält, ist der 21. Oktober: Dann veröffentlicht SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026.