SAP Aktie: Ende der Nutzerlizenzen

SAP stellt sein Abo-Modell auf verbrauchsbasierte KI-Abrechnung um, nachdem Kunden verstärkt externe Lösungen nutzen. Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Tief.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • Strategiewechsel von Nutzerlizenzen zu KI-Verbrauchspreisen
  • Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief nach Ankündigung
  • Kunden nutzen KI bisher hauptsächlich von Drittanbietern
  • Neue Teams für direkte KI-Implementierung bei Kunden

Künstliche Intelligenz automatisiert zunehmend Aufgaben, für die bisher menschliche Mitarbeiter zuständig waren. Für Softwarekonzerne wird diese Entwicklung zu einer existenziellen strategischen Herausforderung. SAP-CEO Christian Klein zieht nun weitreichende Konsequenzen und läutet das Ende des klassischen Abonnement-Modells ein.

Abrechnung nach Verbrauch statt pro Kopf

Das bisherige Software-as-a-Service-Konzept (SaaS) basiert traditionell auf Lizenzen pro Anwender. Da KI-Agenten künftig viele Workflows selbstständig übernehmen, benötigen Kunden schlichtweg weniger Nutzerlizenzen. Klein bezeichnete es in einem Interview in Berlin als unklug, weiterhin starr an diesem System festzuhalten. Stattdessen plant der Konzern eine verbrauchsbasierte Abrechnung, die sich an der tatsächlichen KI-Nutzung orientiert.

Um diesen Übergang zu beschleunigen und die Technologie bei der Kundschaft zu verankern, formiert SAP ab Juli neue „Forward Deployed Engineering“-Teams. Diese Einheiten sollen Entwickler und Berater bündeln, um maßgeschneiderte Anwendungen direkt in den Unternehmen zu implementieren. Parallel dazu hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits 100.000 Angestellte für den Umgang mit den neuen Technologien geschult.

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Wachsender Druck im KI-Wettbewerb

Der Handlungsdruck für das Management ist durch konkrete Erhebungen belegbar. Einem aktuellen Investitionsreport der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) zufolge realisieren Unternehmen ihre produktiven KI-Szenarien derzeit fast ausschließlich mit Drittanbietern wie OpenAI oder Anthropic. Während 77 Prozent der Befragten auf externe Lösungen setzen, spielen SAP-eigene Werkzeuge mit einem Anteil von lediglich drei Prozent bisher eine marginale Rolle.

Bereits Anfang März hatte Klein den Vorstand umgebaut und eigene Vertriebsaufgaben abgegeben, um sich strategisch voll auf die technologische Verschiebung konzentrieren zu können.

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Rote Vorzeichen an der Börse

An der Börse honorierten Investoren den strategischen Schwenk am Freitag zunächst nicht. Die Papiere fielen um 3,60 Prozent auf 154,02 Euro und markierten damit exakt ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Walldorfer damit auf knapp 24 Prozent.

Das schwache Sentiment gegenüber Software-Aktien trifft derzeit auf einen verunsicherten Gesamtmarkt. Zinsaussagen der US-Notenbank und steigende Energiepreise sorgten in den vergangenen Tagen branchenübergreifend für Abgabedruck. Analysten bleiben trotz des Abwärtstrends mehrheitlich optimistisch für den DAX-Konzern. So bestätigte Cowen & Co. erst zu Wochenbeginn eine Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen im KI-Zeitalter weiterhin gut positioniert.

Ein erster Indikator für die finanzielle Tragfähigkeit des neuen Preismodells und das Vertrauen der Investoren in die umgebaute Strategie werden die Ergebnisse des ersten Quartals sein, deren Veröffentlichung für den 22. April 2026 terminiert ist.

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