SAP hat die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis des Gesamtjahres 2026 gesenkt. Statt bisheriger Zielmarken kalkuliert der Softwarekonzern nun mit einer Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Grund sind verwässernde Effekte durch die jüngst abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs.

Die beiden KI-nahen Softwareunternehmen hatte SAP im Juli vollzogen. Zukäufe dieser Art stärken das Portfolio, belasten aber kurzfristig die Marge – ein Effekt, den JPMorgan bereits als „negative Überraschung“ im Zusammenhang mit der angepassten Guidance bewertete. Die Bank bezog sich damit auf die Margenentwicklung im zweiten Quartal.

Analysten sehen begrenztes Potenzial

UBS-Analyst Michael Briest bestätigte am Montag seine Kaufempfehlung für SAP, mit einem Kursziel von 164,00 Euro. Allerdings sieht er nach der jüngsten Kursentwicklung kein signifikantes Aufwärtspotenzial mehr. Das Kursziel liegt damit deutlich unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie, was die Einschätzung relativiert: Der Anstieg der vergangenen Wochen scheint aus Sicht der Bank bereits eingepreist.

Tatsächlich hat das Papier eine bemerkenswerte Erholung hinter sich. Der Kurs schloss am Dienstag bei 181,34 Euro und liegt damit binnen 30 Tagen um 29,31 Prozent höher. Seit Jahresbeginn steht die Aktie dennoch mit 13,44 Prozent im Minus – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Lauf frühere Verluste erst teilweise ausgleicht. Zum 52-Wochen-Hoch von 249,90 Euro, notiert im August 2025, fehlen der Aktie weiterhin gut 27 Prozent.

Aktionärsstruktur verändert sich

Parallel zur operativen Entwicklung bewegt sich auch die Aktionärsbasis. BlackRock meldete am 4. August eine Reduzierung seiner Stimmrechtsanteile an SAP auf 6,74 Prozent, nachdem der Vermögensverwalter zuvor bereits das Überschreiten der 5-Prozent-Schwelle angezeigt hatte. Wenige Tage zuvor, am 31. Juli, hatte Harald Tschira einen Stimmrechtsanteil von 4,22 Prozent gemeldet – eine Pflichtmitteilung nach dem Wertpapierhandelsgesetz.

Solche Meldungen liefern für sich genommen keine Bewertung des Unternehmens, zeigen aber, dass sich die Gewichte unter den Großinvestoren verschieben, während der Kurs auf hohem Niveau verweilt.

Ausblick auf das dritte Quartal

Die gesenkte Gewinnprognose wirft die Frage auf, ob die Integration der Zukäufe schneller Früchte trägt als befürchtet oder die Margenbelastung länger anhält. Antworten dürfte der Markt am 20. Oktober erhalten, wenn SAP die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht.

Bis dahin bleibt die Aktie technisch angespannt: Mit einem RSI von 76,7 signalisieren Indikatoren eine überkaufte Lage, und der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 146,95 Euro liegt bei über 23 Prozent. Ob sich die fundamentale Vorsicht der Analysten gegen die anhaltende Kursstärke durchsetzt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.