Europas größter Softwarekonzern steht vor einer historischen Zäsur. Weil intelligente Algorithmen das traditionelle Lizenzgeschäft bedrohen, verabschiedet sich SAP schrittweise vom klassischen Abonnement-Modell. Der drastische Strategiewechsel trifft auf einen herben Kursverfall und eine überraschend schwache Akzeptanz der hauseigenen Werkzeuge. Ein Spannungsfeld, das die Wall Street derzeit erstaunlich gelassen hinnimmt.
Abrechnung nach Verbrauch statt pro Kopf
Ab Juli plant CEO Christian Klein die Einführung einer verbrauchsbasierten Preisgestaltung für Künstliche Intelligenz. Der Grund für diesen Schritt ist simpel: Da intelligente Software-Agenten zunehmend menschliche Routineaufgaben übernehmen, verliert das klassische Pro-Kopf-Lizenzmodell rasant an Wert. Kunden sollen künftig exakt dafür bezahlen, wie intensiv sie die Algorithmen nutzen. Um die Unternehmen bei der Implementierung zu unterstützen, baut Walldorf derzeit spezielle Engineering-Teams auf, die direkt mit den Anwendern neue KI-Szenarien entwickeln.
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Schwache Akzeptanz trifft auf Kursverluste
Die Neuausrichtung erfolgt unter erheblichem Druck. Ein aktueller Bericht der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) für 2026 zeigt ein klares Defizit auf. Lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen nutzen die hauseigenen KI-Lösungen von SAP, während die überwältigende Mehrheit von 77 Prozent auf externe Anbieter wie OpenAI oder Anthropic zurückgreift.
Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich deutlich an der Börse wider. Am Freitag rutschten die Papiere auf einen Schlusskurs von 152,80 Euro ab. Mit einem Minus von 24,36 Prozent seit Jahresbeginn markiert der Softwarekonzern aktuell das Schlusslicht im DAX. Belastet wird der Titel zusätzlich durch ein schwaches Marktumfeld, getrieben von Zinssorgen der US-Notenbank und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
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Analysten sehen massive Unterbewertung
Ungeachtet der operativen Hürden und des schwachen Sentiments halten Finanzexperten eisern an dem Tech-Wert fest. Von 29 Analysten empfehlen 25 die Aktie weiterhin zum Kauf oder Übergewichten. Die Bank of America stuft das Unternehmen sogar als einen ihrer Top-Picks für 2026 ein. Die Experten verweisen auf attraktive Bewertungen mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 23 für das laufende Jahr sowie umfangreiche Aktienrückkäufe, die den Kurs stützen sollen. Auch das Analysehaus Bernstein bekräftigt ein ambitioniertes Kursziel von 280 Euro.
Der nächste harte Realitätsabgleich für die strategische Neuausrichtung steht bereits im Kalender. Am 23. April 2026 wird das Management die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Dann müssen die Walldorfer belegen, ob die Abkehr vom Abo-Modell die von Analysten prognostizierten Umsätze von über 40 Milliarden Euro für das Gesamtjahr absichern kann.
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