Ab Juli 2026 verabschiedet sich der Softwarekonzern bei seinen KI-Diensten vom klassischen Abonnement und wechselt zu einer nutzungsbasierten Abrechnung. Was CEO Christian Klein als logische Konsequenz leistungsfähiger KI-Agenten präsentiert, wirft am Markt drängende Fragen zur künftigen Umsatzplanbarkeit auf. Erschwerend kommt hinzu, dass die hauseigenen KI-Lösungen bei der Kernkundschaft bisher kaum Anklang finden.
Der geplante Wechsel vom etablierten SaaS-Prinzip mit festen Nutzergebühren hin zur reinen Verbrauchsabrechnung markiert einen tiefgreifenden strategischen Einschnitt. Da KI-Systeme zunehmend Standardaufgaben von Mitarbeitern übernehmen, benötigen Kunden schlicht weniger Lizenzen. Diese Umstellung erschwert Führungskräften jedoch die Vorhersagbarkeit ihrer IT-Ausgaben und senkt die kurzfristige Visibilität der Konzerneinnahmen. Anleger reagieren auf diese Unsicherheit mit Zurückhaltung. Am Donnerstag rutschte der Titel um 4,50 Prozent ab und markierte bei 139,16 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Die kurze Erholung vom Vortag, getrieben durch ein freundlicheres geopolitisches Umfeld, erwies sich damit als nicht nachhaltig.
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Akzeptanzprobleme bei der Kernkundschaft
Die Transformation trifft auf ein schwieriges Marktumfeld. Eine aktuelle Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) offenbart, dass lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen die KI-Lösungen des Konzerns nutzen. Eine deutliche Mehrheit von 77 Prozent greift stattdessen auf externe Anbieter zurück. Gleichzeitig drohen Budgetkürzungen bei Industriekunden, die unter neuen US-Importaufschlägen leiden und teure Cloud-Migrationen verschieben könnten.
Um gegenzusteuern und die Implementierungszeiten zu verkürzen, ordnet das Management die internen Strukturen neu. Ab Sommer sollen Entwickler und Berater in speziellen Teams direkt vor Ort beim Kunden maßgeschneiderte KI-Anwendungen entwerfen. Dafür hat der CEO seine direkte Verantwortung für den Vertrieb abgegeben, um den Fokus vollständig auf die Produktentwicklung zu lenken.
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Analysten passen Erwartungen an
Ungeachtet der operativen Hürden raten 25 von 29 Analysten weiterhin zum Kauf oder Übergewichten der Papiere. Allerdings passen große Adressen ihre Erwartungen an das veränderte Marktumfeld und den anhaltenden Abwärtstrend an:
- Barclays: Kursziel von 240 auf 220 Euro gesenkt (Einstufung bleibt „Overweight“)
- JPMorgan: Downgrade von „Overweight“ auf „Neutral“, Kursziel von 260 auf 175 Euro reduziert
- Konsens 2026: Erwarteter Gewinn je Aktie von durchschnittlich 7,31 Euro
Der nächste konkrete Prüfstein für die Neuausrichtung folgt mit der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal. Investoren werden bei den Zahlen detailliert auf Belege zur Monetarisierung der „Business AI“-Sparte achten. Gelingt es dem Management nicht, verlässliche Fortschritte bei der Kundenmigration auf S/4HANA und eine steigende KI-Adaption nachzuweisen, dürfte der Verkaufsdruck bei der Aktie weiter anhalten.
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