SAP vollzieht einen umfassenden Vorstandsumbau. CEO Christian Klein gibt den Vertrieb ab, um sich vollständig auf das KI-Geschäft zu konzentrieren. Gleichzeitig steht ein Abschied aus der Führungsetage fest – während die Aktie deutlich unter Druck bleibt.
Saueressig übernimmt neuen Megabereich
Ab dem 1. April bündelt SAP seine Customer-Success- und Service-Organisationen in einer neuen „Customer Value Group“. Thomas Saueressig (40) wird zum Chief Customer Officer aufsteigen und damit die gesamte Customer Journey verantworten – von Vertrieb über Bereitstellung bis hin zu Support.
Klein, der den Vertrieb seit 2024 kommissarisch führte, will sich künftig auf die Entwicklung der KI-Strategie fokussieren. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Softwareanbieter weltweit unter Beobachtung stehen: Investoren befürchten, dass KI-Modelle klassische Unternehmenssoftware langfristig überflüssig machen könnten.
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Alam verlässt den Vorstand
Parallel dazu wird Vorstandsmitglied Muhammad Alam, zuständig für Produkt und Engineering, seinen im März 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Als Grund nennt er persönliche Gründe. Bis zu seinem Abgang will Alam an der Weiterentwicklung des KI-Assistenten „Joule“ arbeiten.
Der Abgang reiht sich in eine Serie von Führungswechseln der vergangenen Jahre ein. SAP musste bereits mehrfach Verantwortlichkeiten neu verteilen.
Operative Stärke, strategische Verunsicherung
Die Reorganisation trifft auf ein widersprüchliches Bild. Operativ lieferte SAP für 2025 beeindruckende Zahlen: Der Cloud-Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz erreichte 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 8,24 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an.
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Doch Ende Januar 2026 brach die Aktie um bis zu 17 Prozent ein – der heftigste Tagesverlust seit Oktober 2020. Auslöser war eine einzige Kennzahl: Der Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal verfehlte die Erwartungen knapp. Seither wächst die Sorge, SAP könne bei der KI-Transformation nicht schnell genug monetarisieren. Viele Kunden zögern bei der Migration zu S/4HANA, zweifeln am ROI und kritisieren die Lizenzpolitik.
Parallel kündigte SAP ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro an, das bis Ende 2027 läuft. Für 2025 soll eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie fließen, Zahltag ist der 8. Mai 2026.
Nächster Prüfstein: Q1-Zahlen am 23. April
Die Aktie notiert bei 167,82 Euro und damit rund 38 Prozent unter ihrem Allzeithoch von 271,60 Euro vom Juni 2025. Auf Jahressicht beträgt der Verlust rund 36 Prozent. Am 23. April stehen die Quartalszahlen für Q1 an. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Neuaufstellung den Cloud-Auftragsbestand stabilisiert und skeptische Anleger zurückgewinnt.
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