Die SAP-Aktie musste am Montag einen Rückschlag hinnehmen. Der Titel verlor 1,24 % und fiel auf 182,56 Euro. Aus der Softwarebranche waren zuvor deutlich stärkere Signale gekommen. Snowflake sprang nach überzeugenden Geschäftszahlen um 23 % nach oben und sorgte damit auch bei anderen Cloudwerten für Bewegung.
SAP selbst setzt für weiteres Wachstum verstärkt auf künstliche Intelligenz. Ein wichtiger Baustein ist Joule Studio. Damit erweitert der Konzern seinen bisherigen KI-Assistenten um Softwareagenten, die nicht nur Informationen liefern, sondern Aufgaben innerhalb von Geschäftsprozessen übernehmen können.
Unternehmen sollen mit Joule Studio eigene Agenten entwickeln und in ihre SAP-Anwendungen einbinden können. Ergänzend stellt der Softwarekonzern vorgefertigte Agenten für bestimmte Aufgaben zur Verfügung. Der Ansatz unterscheidet sich damit von einem allgemeinen KI-Chatbot: Die Software arbeitet innerhalb der Anwendungen, in denen Unternehmen bereits ihre betrieblichen Abläufe steuern.
Neue Einsatzmöglichkeiten für die SAP
Das eröffnet SAP zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Die Programme des Konzerns werden unter anderem im Finanzwesen, in Personalabteilungen, im Einkauf und in der Produktion genutzt. Dort liegen bereits Unternehmensdaten, Prozessinformationen und Zugriffsrechte vor. Die Agenten können diese vorhandene Umgebung für die ihnen zugewiesenen Aufgaben nutzen.
Für SAP verbindet sich das KI-Projekt damit unmittelbar mit dem bestehenden Softwaregeschäft. Der Konzern muss für Joule Studio nicht erst einen vollständig neuen Kundenkreis erschließen, sondern kann die Funktionen in Anwendungen integrieren, die bei Unternehmen bereits im Einsatz sind. Eigene und vorgefertigte Agenten erweitern dabei das bisherige Angebot rund um Joule.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der Cloud- und KI-Themen an der Börse stark beachtet werden. Der Kurssprung von Snowflake um 23 % nach den jüngsten Zahlen liefert dafür ein aktuelles Beispiel. Für SAP bleibt Snowflake allerdings ein Branchenvergleich: Während dort die Geschäftszahlen den Ausschlag für den Kurssprung gaben, steht bei SAP mit Joule Studio ein neues Produktangebot innerhalb des bestehenden Cloudgeschäfts im Vordergrund.
Auch die Bewertung des deutschen Softwarekonzerns ist inzwischen beträchtlich. SAP kommt auf einen Börsenwert von rund 228 Milliarden Euro. Das KGV liegt bei etwa 27,8. Der Konzern gehört damit zu den hoch bewerteten europäischen Softwareunternehmen.
Zu dieser Bewertung kommt ein umfangreiches Cloudgeschäft, das SAP in den vergangenen Jahren ausgebaut hat. Joule Studio erweitert dieses Angebot nun um KI-Agenten. Für bestehende SAP-Kunden können die Funktionen direkt mit Anwendungen verbunden werden, die bereits für Finanzen, Personal, Beschaffung oder Produktion genutzt werden.
Auch die Analysten bleiben trotz des Montagsverlustes zuversichtlich. Ihre Kursziele liegen weiterhin deutlich über der aktuellen Notierung von 182,56 Euro.
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