SAP hat zum März-Patchday gleich 15 neue Sicherheitshinweise veröffentlicht — zwei davon mit kritischen CVSS-Scores von 9,8 und 9,1. Das trifft ein Unternehmen, dessen Aktie seit Jahresbeginn bereits rund 17 Prozent verloren hat.
Kritische Schwachstellen mit langer Vorgeschichte
Die schwerwiegendste Lücke betrifft das Quotation Management Insurance (FS-QUO) und geht auf eine Log4j-Schwachstelle aus dem Jahr 2019 zurück. Dass diese CVE-2019-17571 erst jetzt in einem SAP-Branchenmodul geschlossen wird, illustriert ein strukturelles Problem: Eingebettete Drittanbieterkomponenten können weit über die ursprüngliche Offenlegung hinaus verwundbar bleiben — auch wenn der SAP-Kern selbst längst gepatcht ist.
Die zweite kritische Lücke steckt im NetWeaver Enterprise Portal. Ein privilegierter Nutzer kann dort nicht vertrauenswürdige Inhalte hochladen und so beliebigen Code ausführen. Nur das Erfordernis hoher Zugriffsrechte verhindert den maximalen CVSS-Score von 10. Zusätzlich wurde eine Denial-of-Service-Schwachstelle in SAP Supply Chain Management behoben, die ein authentifizierter Angreifer mit niedrigen Rechten aus der Ferne ausnutzen könnte.
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SAP hat keine Angaben gemacht, ob eine der Schwachstellen bereits aktiv ausgenutzt wird, rät aber zur schnellstmöglichen Aktualisierung.
Q4-Schock sitzt noch tief
Die Sicherheitsmeldungen fallen in eine Phase, in der die Aktie ohnehin unter Beobachtung steht. Auslöser war der Quartalsbericht vom 29. Januar: Das Cloud-Backlog-Wachstum von 25 Prozent bei konstanten Währungen lag leicht unter dem vom Management angedeuteten Schwellenwert — die Aktie verlor daraufhin zeitweise bis zu 17 Prozent an einem einzigen Handelstag. Aktuell notiert sie mit rund 167 Euro knapp über dem 52-Wochen-Tief.
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Die Jahreszahlen 2025 selbst sind solide: Cloud-Umsatz von 21 Mrd. Euro (+23 %), ein Free Cash Flow von 8,24 Mrd. Euro — nahezu verdoppelt gegenüber dem Vorjahr — und ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Mrd. Euro. Der Markt bewertet derzeit weniger die Vergangenheit als die Frage, wie schnell die KI-Funktionen in S/4HANA und der Business Technology Platform zu konkreten Vertragsabschlüssen führen.
Quartalsbericht am 23. April als nächster Prüfstein
Am 23. April legt SAP die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Dieser Bericht wird zeigen, ob die vorsichtigere Jahresprognose gerechtfertigt war oder ob die KI-Integration bereits messbare kommerzielle Wirkung entfaltet. Cloud-Margenentwicklung und große Enterprise-Deals dürften dabei stärker im Fokus stehen als die Sicherheitsmeldungen vom März.
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