SAP krempelt seine Organisationsstruktur um. Ab April verantwortet eine neue Customer Value Group die gesamte Kundenbeziehung – vom ersten Kontakt bis zur langfristigen Nutzung. Parallel dazu überarbeitet der Walldorfer Konzern sein komplettes Support-Portfolio und setzt verstärkt auf KI-gestützte Services. Die strategische Neuausrichtung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Während die Cloud-Zahlen des Gesamtjahres 2025 solide ausfielen, sorgte der enttäuschende Auftragsbestand im vierten Quartal für Verunsicherung.
Neue Führungsstruktur bündelt Kundenkontakte
Die bedeutendste Änderung betrifft die Vorstandsebene. SAP führt zum 1. April die Bereiche Customer Success sowie Customer Services & Delivery zusammen. Die neue Customer Value Group wird von Thomas Saueressig geleitet, dessen Rolle zum Chief Customer Officer erweitert wird.
Die Neustrukturierung zielt darauf ab, Vertrieb, Delivery, Services und Support nahtlos zu verzahnen. Im Kern geht es darum, die Adoption der Cloud- und KI-Lösungen zu beschleunigen und Bestandskunden stärker an das Unternehmen zu binden. SAP will damit eine durchgängige Erfahrung vom Erstkontakt bis zur Wertrealisierung schaffen.
Gestaffelte Support-Modelle ersetzen bisheriges Angebot
Gleichzeitig hat SAP sein Services-und-Support-Portfolio grundlegend überarbeitet. Das neue Engagement-Modell umfasst drei klar definierte Stufen: Foundational Success Plan, Advanced Success Plan und Max Success Plan. Jede Stufe verspricht mehr Transparenz, schnellere Reaktionszeiten und flexiblere Anpassungsmöglichkeiten.
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Die Neuausrichtung adressiert einen wachsenden Bedarf: Unternehmen müssen sich schneller an Marktveränderungen anpassen, KI-Innovationen integrieren und die Geschäftskontinuität sicherstellen. SAP setzt dabei konsequent auf KI-gestützte Lösungen als zentralen Baustein der Transformation.
Solide Jahreszahlen mit einem Wermutstropfen
Das operative Fundament präsentiert sich robust. Im Gesamtjahr 2025 steigerte SAP den Cloud-Umsatz um 23 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz kletterte um 8 Prozent auf 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow verdoppelte sich nahezu auf 8,24 Milliarden Euro. Der Total Cloud Backlog wuchs um 22 Prozent auf 77,29 Milliarden Euro.
Allerdings überschattete der schwache Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal die insgesamt positiven Jahreszahlen. Diese Entwicklung nährt die Sorge, dass SAP neue Technologien möglicherweise nicht schnell genug in entsprechende Umsätze umwandeln kann.
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Aktionäre profitieren von Dividende und Rückkäufen
SAP schlägt eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vor, die am 8. Mai 2026 ausgezahlt werden soll. Zudem kündigte das Unternehmen ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro an. In der Woche vom 23. bis 27. Februar kaufte SAP im Rahmen des laufenden Programms 299.063 eigene Aktien zu durchschnittlich 167,86 Euro zurück.
EU-Kartellverfahren belastet weiterhin
Ein erheblicher Unsicherheitsfaktor bleibt das laufende Kartellverfahren der Europäischen Kommission. Die Behörde untersucht, ob SAP Kunden zwingt, Support- und Wartungsleistungen länger und für mehr Lizenzen zu erwerben als tatsächlich benötigt. Das förmliche Verfahren könnte die Geschäftspraktiken des Konzerns nachhaltig beeinflussen.
Am 23. April 2026 legt SAP die Zahlen für das erste Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob die strategische Neuausrichtung erste messbare Erfolge bei der Kundenbindung und Cloud-Adoption bringt – und wie SAP die KI-Transformation in tatsächliche Umsätze übersetzt.
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