SAP-Manager haben in der Kalenderwoche 35 erneut zugegriffen: Insider registrierten den Kauf von 1.500 Aktien im Wert von 267.450 Euro. Das Signal fällt in eine Woche, in der zugleich ein konkreter Geschäftserfolg bekannt wurde – ein Umstand, der dem jüngsten Insiderkauf mehr Gewicht verleiht als eine bloße Vertrauensbekundung.

NTT DATA setzt auf SuccessFactors und Business Data Cloud

Der japanische IT-Dienstleister NTT DATA hat einen Großauftrag zur Migration auf SAP SuccessFactors sowie die SAP Business Data Cloud abgeschlossen. Dabei kommt der KI-Assistent Joule zum Einsatz.

Der Auftrag zeigt, dass SAP seine Cloud-Plattformen samt KI-Komponenten auch bei internationalen Großkunden platzieren kann – ein Punkt, der angesichts der jüngst laut gewordenen Skepsis an der Monetarisierung agentischer KI-Funktionen Beachtung verdient.

Parallel dazu hat das Bundeskartellamt seine Voruntersuchung gegen den Softwarekonzern beendet, ohne ein förmliches Missbrauchsverfahren einzuleiten. Für SAP entfällt damit ein regulatorisches Risiko, das im Hintergrund stand.

Kurs erholt sich im Sog von US-Wettbewerbern

Der Aktienkurs profitierte zuletzt von positiven Quartalszahlen der US-Wettbewerber Salesforce und Crowdstrike, die den gesamten Sektor für Unternehmenssoftware stützten. Am Freitag schloss die SAP-Aktie bei 190,86 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Kursgewinn von 18 Prozent zu Buche – seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch mit 8,9 Prozent im Minus.

Diese Gegenläufigkeit macht deutlich, wie stark die vergangenen Wochen die Stimmung gedreht haben, während die Bewertung auf Jahressicht noch immer unter Druck steht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, beträgt weiterhin 21 Prozent.

Prognose bereits angepasst, Zahlen zeigten Wachstum

Bereits am 19. August hatte SAP seine Non-IFRS-Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro angepasst. Grund waren Verwässerungseffekte durch die Integration der Übernahmen von Dremio und Prior Labs – strategische Zukäufe, die kurzfristig auf die Marge drücken, aber die Datenplattform-Strategie stärken sollen.

Die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung bleibt robust: Im zweiten Quartal 2026 steigerte SAP den Umsatz um 9,42 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Der Cloud-Umsatz wuchs um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,46 Euro im Vorjahresquartal auf 1,89 Euro.

Ausblick auf das dritte Quartal

Der Analystenkonsens sah Mitte August ein durchschnittliches Kursziel von 193,92 Euro vor, getragen von elf Kauf- und zwei Halteempfehlungen – ein Bild, das die Herabstufung eines einzelnen Hauses relativiert, ohne sie zu widerlegen.

Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026, die SAP für den 21. Oktober angekündigt hat. Bis dahin dürften der NTT-DATA-Auftrag und die abgeschlossene Kartellprüfung als Argumente dafür dienen, dass das operative Geschäft trotz gedämpfter KI-Erwartungen an Substanz gewinnt.