Knapp über dem Jahrestief, ein Kaufvotum im Rücken — SAP sucht nach Orientierung. Der Kurs hat sich zuletzt etwas stabilisiert, die Jahresbilanz bleibt jedoch brutal.
Jefferies sieht Stimmungstief als Chance
Analyst Charles Brennan von Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung für SAP. Seine Kernthese: Die Stimmung im europäischen Softwaresektor bewegt sich nahe den Tiefstständen vom Jahresanfang. Das könnte der Boden sein.
Allerdings dämpft Brennan die Erwartungen für die kommenden Wochen. Die Quartalsberichte für das zweite Jahresviertel werden die Jahresrisiken kaum reduzieren. Kein Freifahrtschein also — aber ein möglicher Wendepunkt in der Stimmungslage.
Zahlen zeigen das Ausmaß des Einbruchs
Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 136,90 Euro — rund 4,7 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, das erst am 25. Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32 Prozent zu Buche. Vom Jahreshoch bei 266,00 Euro, das im Juli 2025 erreicht wurde, trennt das Papier noch immer fast die Hälfte.
Der RSI liegt bei 42,4 — weder überkauft noch überverkauft. Das Papier befindet sich in einer technischen Grauzone.
Quartalsbericht am 23. Juli als nächster Prüfstein
Das konjunkturelle Umfeld hilft SAP nicht. Deutschland kämpft im Frühjahr 2026 mit geopolitischen Belastungen und gestiegenen Energiepreisen. Für das zweite Quartal erwartet das Wirtschaftsministerium Stagnation.
SAP legt am 23. Juli 2026 seinen Quartalsbericht vor. Die entscheidende Frage: Wie weit ist der Konzern beim Umbau zum Cloud-Geschäft gekommen — trotz schwachem Umfeld? Die Antwort wird zeigen, ob das aktuelle Kursniveau tragfähig ist oder die Erholung wieder abbricht.
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