Europas größter Softwarekonzern reagiert mit einem umfassenden strukturellen Umbau auf die anhaltende Skepsis der Investoren. Obwohl SAP operativ starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegte, notiert die Aktie weiterhin tief im roten Bereich. Mit der Bündelung der Kundenverantwortung im Vorstand und einem neuen Service-Portfolio will das Unternehmen nun die schleppende KI-Transformation beschleunigen und verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.
Neue Machtzentrale für Kundenerfolg
Um die Kluft zwischen technologischer Innovation und tatsächlicher Kundenanwendung zu schließen, führt SAP zum 1. April eine neue „Customer Value Group“ ein. Dieser strategische Schritt bündelt die Bereiche Customer Success sowie Customer Services & Delivery in einem einzigen Vorstandsressort. Ziel ist eine nahtlose Betreuung vom Erstkontakt bis zur langfristigen Wertschöpfung.
Die Leitung übernimmt Thomas Saueressig. Der 40-Jährige, bisher für die Produktimplementierung zuständig, steigt zum Chief Customer Officer auf. Er erhält damit die Gesamtverantwortung für Vertrieb, Service und Support. Diese Zentralisierung soll vor allem eines adressieren: Die zögerliche Haltung vieler Kunden bei der Migration in die Cloud und der Adoption neuer KI-Lösungen. Parallel dazu wird Vorstandsmitglied Muhammad Alam das Unternehmen verlassen und seinen 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern.
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Strategie gegen Marktbedenken
Der strukturelle Umbau wird von einem neu gestalteten Service-Portfolio flankiert. SAP führt ein dreistufiges Modell (Foundational, Advanced, Max) ein, das Unternehmen mehr Transparenz und Flexibilität bei Transformationsprojekten bieten soll. Dies ist eine direkte Antwort auf die Kritik vieler Kunden, die den Return on Invest (ROI) bei der Umstellung auf S/4HANA und die komplexe Lizenzierungspolitik hinterfragen.
Diese Maßnahmen sind dringend notwendig, um die Stimmung am Markt zu drehen. Trotz eines Cloud-Umsatzwachstums von 23 Prozent im Jahr 2025 und einem fast verdoppelten Free Cashflow auf 8,24 Milliarden Euro, strafte die Börse das Papier zuletzt ab. Ausschlaggebend war ein enttäuschender Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal 2025 sowie die Sorge, dass SAP neue KI-Technologien nicht schnell genug monetarisieren kann.
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Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit deutlich wider: Mit aktuell 168,56 Euro notiert das Papier nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 166,66 Euro und hat seit Jahresanfang über 16 Prozent an Wert verloren.
Finanzielle Signale an die Aktionäre
Um dem Kursverfall entgegenzuwirken und finanzielle Stärke zu demonstrieren, greift das Management zu bewährten Kapitalmaßnahmen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor. Zusätzlich startet ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro, das über die nächsten zwei Jahre laufen soll.
Fazit und Ausblick
Die Neuorganisation unter Thomas Saueressig ist der Versuch, die operative PS-Stärke von SAP effizienter auf die Straße zu bringen. Ob die Zusammenlegung von Vertrieb und Service die gewünschte Beschleunigung bei der Cloud- und KI-Adoption bringt, muss das Management in den kommenden Quartalen beweisen. Ein erstes Indiz für den Erfolg der neuen Struktur werden die Zahlen zum ersten Quartal liefern, die SAP am 23. April 2026 präsentieren wird.
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