Fast die Hälfte des Kurswerts weg — und das innerhalb von zwölf Monaten. Gestern markierte die SAP-Aktie bei 130,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Heute erholt sie sich um gut drei Prozent auf 134,88 Euro. Ob das mehr als eine technische Gegenreaktion ist, bleibt offen.
Vom Hoch um fast 50 Prozent gefallen
Im Juli 2025 notierte SAP noch bei 266,00 Euro. Seitdem hat die Aktie knapp die Hälfte ihres Wertes verloren. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 33 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 183,33 Euro — der aktuelle Kurs unterschreitet ihn um mehr als 26 Prozent.
Das laufende Rückkaufprogramm hat den Abwärtstrend bislang nicht gestoppt. SAP kaufte bis Anfang April rund 16,3 Millionen Aktien zu durchschnittlich 161,16 Euro zurück — insgesamt etwa 2,6 Milliarden Euro. Das Gesamtprogramm läuft bis Ende 2027 und umfasst bis zu 10 Milliarden Euro.
Dreifacher Gegenwind aus dem Marktumfeld
Drei externe Signale belasten die Stimmung rund um SAP.
Goldman Sachs senkte die Bruttomargenprognose für SAP. Als Grund nannte die Bank erhöhte Hardwarekosten in der zweiten Jahreshälfte 2026. Oracle meldete zwar Rekordumsatz, enttäuschte aber mit Investitionsplänen von bis zu 95 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2027 — weit über den Erwartungen. Accenture reduzierte seine Umsatzprognose, weil Kunden bei großen IT-Ausgaben zögern. Da Accenture viele SAP-Systeme implementiert, werten Beobachter das als Warnsignal für die Nachfrage nach Unternehmenssoftware.
Analysten uneins, Quartalszahlen nahen
Die Analystenspanne ist für ein DAX-Schwergewicht ungewöhnlich breit. 27 Analysten sehen SAP im Schnitt bei 214,81 Euro — mehr als 58 Prozent über dem aktuellen Kurs. Bernstein hält an einem Kursziel von 273 Euro fest. JPMorgan bleibt bei „Neutral“ mit einem Ziel von 175 Euro. Zwischen beiden Häusern liegen fast 100 Euro Differenz.
Morningstar bewertet SAP als deutlich unterbewertet und bescheinigt dem Konzern einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
Ab sofort gilt die Quiet Period. SAP veröffentlicht die Quartalszahlen am 23. Juli 2026 um 22:05 Uhr. Im ersten Quartal wuchs der Cloud-Umsatz um 27 Prozent, der Gesamtumsatz lag bei 9,6 Milliarden Euro. Allerdings warnte SAP selbst: Sondereffekte stützten das Ergebnis. Im zweiten Quartal erwartet der Konzern eine Verlangsamung. Wie stark, zeigt sich in vier Wochen.
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