Eine drastische Kurszielsenkung durch JPMorgan hat am Dienstag den Verkaufsdruck beim Walldorfer Softwarekonzern massiv erhöht. Neben der Streichung von der Empfehlungsliste rücken vor allem nachlassende Wachstumsraten im wichtigen Cloud-Segment in den Vordergrund. Die Skepsis der US-Bank offenbart die aktuellen Herausforderungen bei der Umstellung des Geschäftsmodells auf verbrauchsbasierte Tarife.
Margendruck und KI-Wettbewerb
Analyst Toby Ogg stufte die Papiere von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel um 33 Prozent von 260 auf 175 Euro. Als Konsequenz rutschte der Titel am Dienstag um 3,83 Prozent ab und markierte bei 148,00 Euro exakt ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit bereits auf 26,73 Prozent.
Verantwortlich für die negative Einschätzung ist primär die schwächere Dynamik im Cloud-Auftragsbuch. Statt der vom Markt erhofften Zuwächse von bis zu 26 Prozent stand im vierten Quartal 2025 lediglich ein Plus von 16 Prozent zu Buche. Gleichzeitig erfordert der verschärfte Wettbewerb im Bereich der Künstlichen Intelligenz – angetrieben durch rasant wachsende Spezialisten wie Anthropic – hohe Investitionen. Diese Ausgaben dürften die Margen in den kommenden Jahren spürbar belasten. Zudem sorgt der Übergang zu verbrauchsorientierten Abrechnungsmodellen für eine höhere Schwankungsanfälligkeit der Erlöse.
Analysten passen Ziele an
Das Management reagiert auf diese Hürden mit strukturellen Anpassungen. Ab April bündelt die neue „Customer Value Group“ den Vertrieb von Cloud- und KI-Lösungen, um die schleppende Migration der rund 10.000 verbliebenen Altkunden zu beschleunigen. Trotz der aktuellen Skepsis von JPMorgan bewerten andere Häuser die Lage weniger pessimistisch, passten ihre Kursziele zuletzt aber ebenfalls nach unten an:
- Barclays: 240 Euro
- Jefferies: 230 Euro
- UBS: 205 Euro
- Kepler Cheuvreux: 190 Euro
Der deutliche Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von knapp 31 Prozent unterstreicht die aktuelle technische Schwäche des Papiers. Eine fundamentale Basis für eine nachhaltige Kurserholung entsteht erst, wenn die flächendeckende Einführung der KI-Plattform „Joule“ im laufenden Jahr die erhofften, messbaren Umsatzimpulse liefert.
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