Zwei Analystenhäuser, eine Richtung: SAP bekommt vor dem Wochenende gleich zwei frische Kaufempfehlungen. Berenberg und Jefferies & Company sehen die Aktie nach ihrer kräftigen Erholung noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Berenberg-Analyst Nay Soe Naing bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 205 Euro. Jefferies & Company hält sogar 210 Euro für gerechtfertigt. Beide Häuser begründen ihren Optimismus mit der sich aufhellenden Stimmung in der Software- und IT-Branche.

Naing prägte dafür den Begriff „RenaiSaaS“ — eine Anspielung auf Software as a Service. Seine These: Die Berichtssaison nach dem zweiten Quartal habe kaum Hinweise geliefert, dass Kunden ihre klassischen Softwareinvestitionen wegen der KI-Adaption zurückfahren. Auch für die kommende Berichtssaison rechnet er mit robusten Resultaten und beruhigenden Signalen für das nächste Jahr.

Die Ausgangslage bleibt allerdings nicht ohne Fallstricke. Cloud-Umsatz bewegt sich im erwarteten Rahmen, die operative Marge steht jedoch unter Druck. Vorstandschef Christian Klein muss weiterhin beweisen, dass sich die kostenintensive KI-Transformation am Ende auszahlt — genau jener Spagat, an dem sich die Aktie im vergangenen Jahr aufgerieben hatte.

Vom Tief zurück auf über 180 Euro

Der Kursverlauf der vergangenen anderthalb Jahre zeigt, wie volatil die Lage bei SAP war. Von einem Hoch von über 250 Euro fiel die Aktie bis zum Sommer 2026 auf ein Tief von 127,50 Euro. Seither hat eine deutliche Erholung eingesetzt, die die Notierung zwischenzeitlich wieder über 190 Euro trieb.

Aktuell pendelt der Kurs um die 186-Euro-Marke — damit liegt die Aktie zwar klar über ihrem Jahrestief, aber noch unter den alten Höchstständen. Genau in dieser Zwischenzone entscheidet sich, ob die Rally an Substanz gewinnt oder ins Stocken gerät.

Die nächste konkrete Standortbestimmung liefern die Q3-Zahlen am 21. Oktober. Erst dann zeigt sich, ob sich Cloud-Wachstum und Margendruck tatsächlich so entspannen, wie es die optimistischeren Kursziele der Analysten bereits unterstellen.