Trotz einer Verdopplung des Betriebsgewinns im Geschäftsjahr 2025 steht Europas wertvollster Softwarekonzern an der Börse unter Zugzwang. Während die nackten Finanzzahlen stimmen, sorgt eine Delle im Auftragsbestand für Unsicherheit bezüglich der KI-Strategie. CEO Christian Klein antwortet nun nicht mit bloßen Versprechungen, sondern mit einer tiefgreifenden Reorganisation der Führungsstruktur und des Kundengeschäfts.
Die neue Machtzentrale im Vorstand
Im Kern der Neuausrichtung steht die Schaffung der „Customer Value Group“ zum 1. April. Thomas Saueressig, bisher für die Produktentwicklung zuständig, rückt in die neu geschaffene Rolle des Chief Customer Officer auf. Er verantwortet künftig die gesamte Wertschöpfungskette beim Kunden – vom Vertrieb über die Implementierung bis zum Support.
Dieser Schritt ist mehr als reine Personalpolitik. Analysten werten die Zusammenlegung von Vertrieb und Delivery als direkte Reaktion auf die Notwendigkeit, komplexe KI-Lösungen nicht nur zu verkaufen, sondern beim Kunden auch schneller produktiv zu setzen. Die bisherige Trennung dieser Bereiche hatte in der Vergangenheit oft zu Reibungsverlusten geführt.
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Starke Zahlen treffen auf Marktskepsis
Die Notwendigkeit zum Handeln ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen Geschäftszahlen und Aktienkurs. Operativ lief es für SAP 2025 hervorragend: Der IFRS-Betriebsgewinn sprang um 111 Prozent auf 9,83 Milliarden Euro, der Cloud-Umsatz legte um 23 Prozent zu. Dennoch notiert die Aktie seit Jahresanfang rund 15 Prozent im Minus bei aktuell 171,52 Euro.
Der Grund für die Zurückhaltung liegt im vierten Quartal 2025. Hier enttäuschte der Cloud-Auftragsbestand (Backlog) die hohen Erwartungen des Marktes. Investoren befürchten, dass das traditionelle Lizenzgeschäft schneller wegbricht, als neue KI-Erlöse die Lücke füllen können. Die konservative Prognose für das Cloud-Wachstum bestätigte diese Sorgen zuletzt.
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Charme-Offensive für Aktionäre und Kunden
Um den Kurs zu stützen, greift das Management tief in die Tasche. Ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro soll bis Ende 2027 laufen. Zusätzlich winkt den Anlegern eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie, zahlbar im Mai 2026.
Operativ flankiert SAP den Vorstandsumbau mit einem neuen, dreistufigen Support-Modell. Vom „Foundational Success Plan“ bis zum „Max Success Plan“ für komplexe Transformationen soll die Betreuung granularer und vor allem messbarer werden. Dass Großkunden wie der FC Bayern München ihre komplette IT in die SAP-Cloud verlagern, dient dabei als wichtige Referenz für die Leistungsfähigkeit der neuen Plattform-Strategie.
Fazit und Ausblick
Für das laufende Jahr 2026 peilt SAP einen Cloud-Umsatz von bis zu 26,2 Milliarden Euro an. Die entscheidende Bewährungsprobe für die neue Struktur unter Thomas Saueressig wird der nächste Quartalsbericht am 23. April 2026 sein. Gelingt es dem Konzern dann nicht, eine Beschleunigung beim Auftragsbestand nachzuweisen, dürften die Zweifel am Markt trotz Milliarden-Rückkäufen bestehen bleiben.
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