Scholar Rock Aktie: Insider-Verkäufe im Millionenbereich

Vier Top-Manager des Biotech-Unternehmens haben koordinierte Aktienverkäufe getätigt, die auf Steuerpflichten zurückgeführt werden. Analysten bleiben trotz FDA-Hürden optimistisch für den Hauptkandidaten Apitegromab.

Scholar Rock Aktie
Kurz & knapp:
  • CEO und drei weitere Führungskräfte verkaufen Aktien
  • Transaktionen zur Deckung von Steuerverpflichtungen
  • Analysten sehen Kursziele bis zu 60 Dollar
  • FDA-Warnung an Produktionspartner belastet Zeitplan

Am 13. Januar 2026 trennten sich gleich vier Führungskräfte von Scholar Rock von Aktien im Gesamtwert von über 4,7 Millionen Dollar – zu einem einheitlichen Preis von 42,70 Dollar je Anteilsschein. An der Spitze steht CEO David Hallal, der allein Papiere im Wert von 2,45 Millionen Dollar veräußerte. Es folgten COO Akshay Vaishnaw mit 872.000 Dollar, CFO Vikas Sinha mit 715.000 Dollar und COO Keith Woods ebenfalls mit 715.000 Dollar.

Die Titel notieren aktuell bei 46,53 Dollar – knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 48,28 Dollar. Allein in der vergangenen Woche legte die Aktie über 10 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile 4,72 Milliarden Dollar.

Steuerpflicht als Auslöser?

Sämtliche Transaktionen erfolgten zur Deckung von Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit der Freigabe von Restricted Stock Units. Diese unterlagen sowohl leistungs- als auch zeitbasierten Vesting-Bedingungen und wurden ursprünglich am 27. April 2025 gewährt. Bei Hallal beispielsweise gingen am 12. Januar 2026 insgesamt 50.000 Anteile in Erfüllung, weitere 50.000 folgen planmäßig am 27. April 2027.

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Trotz der Verkäufe halten die Führungskräfte weiterhin beachtliche Positionen: Hallal verfügt direkt über 1,67 Millionen Aktien und indirekt über weitere 205.000 Stück durch einen Familien-Trust. Die anderen Manager besitzen jeweils zwischen 583.000 und 596.000 Papiere – inklusive noch nicht gevesteter Units.

Analystenchor singt bullish

UBS startete die Coverage mit „Buy“ und einem Kursziel von 60 Dollar. Cantor Fitzgerald bekräftigte sein „Overweight“-Rating und setzt weiter auf eine Zulassung des Hauptkandidaten Apitegromab zur Behandlung spinaler Muskelatrophie. BMO Capital hob das Kursziel jüngst von 45 auf 50 Dollar an. Selbst Wolfe Research vergab ein „Outperform“-Rating mit Ziel 42 Dollar – obwohl die FDA erst kürzlich einen Complete Response Letter ausstellte.

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Doch die Bewertung hat auch Schattenseiten: InvestingPro attestiert Scholar Rock eine Überbewertung gemessen am fairen Wert. Das Unternehmen ist nicht profitabel, weist aber mit einer Current Ratio von 6,3 eine solide Liquiditätslage auf. Sieben Analysten korrigierten ihre Gewinnschätzungen zuletzt nach unten.

FDA-Warnung belastet Zeitplan

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Produktionspartner Catalent Indiana erhielt einen Warnbrief von der FDA. Scholar Rock will dennoch die Biologics License Application für Apitegromab nachreichen und peilt eine US-Markteinführung 2026 an. Parallel beschleunigt man den Technologietransfer zu einer zweiten Produktionsstätte, um die kommerzielle Kapazität abzusichern.

Die koordinierten Insider-Verkäufe im Januar könnten bei Anlegern Stirnrunzeln auslösen – auch wenn sie formal als steuerbedingt deklariert sind. Bleibt abzuwarten, ob die bullishen Analystenstimmen und die Fortschritte bei Apitegromab ausreichen, um die Aktie weiter nach oben zu treiben.

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Über Dieter Jaworski 1229 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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