Scottish Mortgage liefert ein starkes Jahr ab. Der Investment Trust schlägt seinen Weltaktien-Index klar und erhöht die Dividende erneut. Im Zentrum steht eine Wette, die immer größer wird: SpaceX ist inzwischen mit Abstand die wichtigste Position im Portfolio.
Der Kurs spiegelt diese Mischung aus Wachstum und Konzentration bereits wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 18,07 Euro, auf Wochensicht lag sie 4,11 Prozent im Minus und seit Jahresanfang 30,13 Prozent im Plus.
Deutlich vor dem Weltaktien-Index
Der Nettoinventarwert legte im Geschäftsjahr bis Ende März um 27,4 Prozent zu. Der Aktienkurs kam auf eine Gesamtrendite von 26,8 Prozent. Der FTSE All-World Index schaffte im selben Zeitraum 18,0 Prozent.
Das ist mehr als nur ein guter Lauf. Scottish Mortgage profitiert stark von privaten Wachstumsunternehmen, die an der Börse nicht direkt handelbar sind. Gerade diese Struktur macht den Trust spannend, erhöht aber auch die Abhängigkeit von internen Bewertungen.
SpaceX war der wichtigste Treiber. Eine deutliche Aufwertung machte das Raumfahrtunternehmen zur größten Position im Portfolio.
- SpaceX: 19,3 Prozent
- Taiwan Semiconductor Manufacturing: 5,7 Prozent
- ByteDance: 4,7 Prozent
- MercadoLibre: 4,0 Prozent
- Stripe: 3,9 Prozent
Damit liegt fast ein Fünftel des Vermögens in einem einzigen nicht börsennotierten Unternehmen. Das kann die Rendite stark stützen. Es kann den Kurs aber auch empfindlicher machen, wenn Bewertungen privater Beteiligungen unter Druck geraten.
Dividende wächst weiter
Trotz des klaren Wachstumsprofils hebt Scottish Mortgage die Ausschüttung an. Die Gesamtdividende steigt um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie. Damit wächst die Dividende das 43. Jahr in Folge.
Die Schlussdividende beträgt 2,97 Pence je Aktie und soll am 10. Juli ausgezahlt werden. Für einen Trust, der vor allem auf Kapitalwachstum setzt, bleibt diese Serie bemerkenswert. Viele große Beteiligungen investieren ihre Mittel weiter ins Wachstum, statt hohe laufende Erträge auszuschütten.
Die Kosten bleiben niedrig. Die laufenden Gebühren liegen bei rund 0,33 Prozent, Performance Fees fallen nicht an. Das stärkt den Abstand zu vielen aktiv gemanagten Wachstumsstrategien.
Mehr Spielraum für private Beteiligungen
Am 10. April stimmten die Aktionäre einer Änderung der Anlagepolitik zu. Das Management darf nun bis zu 250 Millionen Pfund zusätzlich in private Unternehmen investieren, selbst wenn die Quote bereits über der üblichen Grenze von 30 Prozent liegt.
Der Spielraum gilt für neue Investments und Anschlussfinanzierungen. Der Trust will damit besonders attraktive private Firmen weiter begleiten. Der Schwerpunkt liegt auf späteren Finanzierungsphasen, also Unternehmen mit größerer Skalierung und näherer Profitabilität.
Auch die Bewertung am Markt hat sich gedreht. Ende März handelten die Anteile noch mit einem Abschlag von rund 9,5 Prozent auf den Nettoinventarwert. Nach dem Geschäftsjahresende stieg das Interesse so stark, dass die Aktie zeitweise mit einem kleinen Aufschlag notierte.
Scottish Mortgage nutzt diesen Aufschlag und gibt seitdem neue Aktien aus. Das kann sinnvoll sein, solange neue Anteile oberhalb des Nettoinventarwerts platziert werden. Es vergrößert den Trust, ohne bestehende Aktionäre rechnerisch zu verwässern.
Am 2. Juli steht die Hauptversammlung in Edinburgh an. Bis dahin bleiben der Aufschlag zum Nettoinventarwert und die hohe SpaceX-Gewichtung die beiden zentralen Kurstreiber.
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