Scout24 hat im dritten Quartal mehr geliefert, als der Markt erwartet hatte. Der Betreiber von Immoscout24 hebt zudem sein Umsatzziel an, und die Aktie legt zu. Im Mittelpunkt steht eine Strategie, die Immobiliensuche mit künstlicher Intelligenz neu denken soll.

Zahlen über den Erwartungen

Die Erlöse stiegen um knapp ein Fünftel auf 198 Millionen Euro. Ohne den Effekt der spanischen Übernahme lag das Plus bei zehn Prozent. Das bereinigte Ebitda kletterte um 16 Prozent auf knapp 121 Millionen Euro.

Weil der Umsatz schneller wuchs als der operative Gewinn, sank die Marge um zwei Prozentpunkte auf 60,9 Prozent. Umsatz und operatives Ergebnis übertrafen dennoch die Erwartungen der Experten. Jefferies sprach von einem insgesamt soliden Zahlenwerk mit leicht besseren Werten als prognostiziert.

Prognose angehoben, Marge bestätigt

Für das laufende Jahr erwartet Scout24 nun ein Umsatzplus von rund 18 Prozent. Bisher lag die Spanne bei 16 bis 18 Prozent. Die Margenprognose bleibt unverändert: Die Ebitda-Marge soll bei bis zu 61 Prozent liegen. Rechnet man die Effekte der Übernahmen von Fotocasa und Habitaclia heraus, sind es bis zu 64 Prozent.

Jefferies bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 102,50 Euro.

Agentic OS und Abomodelle

CEO Ralf Weitz führt den Schwung auf mehrere Faktoren zurück. Das Subscription-Geschäft im Private-Segment hat wieder an Fahrt gewonnen, was er mit der positiven Resonanz auf neue Mitgliedschaftsmodelle begründet. Auch das Spaniengeschäft gewinne an Dynamik und baue die Kundenbasis aus.

Strategisch setzt das Management auf „Agentic OS“. Das Konzept soll Scout24 zur führenden KI-Plattform für Immobilien machen. Als Fundament nennt der Konzern vertrauenswürdige Marken, eine leistungsfähige Technologieplattform, enge Kundenbeziehungen und einzigartige Daten. Die wachsende Nutzung der KI-Produkte bestätige den Kurs, so Weitz.

Für 2027 kündigt der Vorstand an, die Wachstumsdynamik fortsetzen zu wollen. Die angehobene Umsatzprognose und die stabile Marge liefern dafür die Ausgangsbasis.