Trotz Berichten über umfangreiche Aktienverkäufe durch das Management und institutionelle Anleger zeigt sich die Aktie von Seagate Technology am heutigen Mittwoch extrem widerstandsfähig.
Während das Papier zuletzt in den Fokus von Gewinnmitnahmen geriet, treiben positive Analystenstimmen zum Hardware-Sektor und eine angehobene Branchenbewertung den Kurs deutlich nach oben. Der Titel notiert aktuell bei 770,00 € und verzeichnet damit ein Plus von 8,45 %.
Finanzchef trennt sich von Aktienpaketen
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen jüngste Transaktionen aus der Führungsebene des Unternehmens. Wie aus Berichten hervorgeht, hat Gianluca Romano, Executive Vice President und CFO von Seagate, am gestrigen Dienstag umfangreiche Aktienbestände veräußert.
Die Verkäufe erfolgten in mehreren Tranchen, darunter ein Block von 13.771 Aktien für rund 11,18 Millionen US-Dollar sowie kleinere Pakete von 7.040 und 800 Anteilscheinen. Insgesamt summieren sich die Desinvestitionen des Finanzchefs auf einen Marktwert von mehr als 17 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu reduzierten namhafte institutionelle Investoren im zweiten Quartal ihre Positionen. So verringerte Wedge Capital Management seinen Anteil um gut 45 % auf einen verbleibenden Bestand von 77.655 Aktien.
Auch Insight Wealth Strategies halbierte das Engagement bei dem Speicherhersteller nahezu. Diese Bewegungen fallen in eine Phase, in der die Aktie seit Jahresbeginn bereits um 224,35 % zulegen konnte, was viele Anleger dazu veranlasst, aufgelaufene Gewinne zu realisieren.
Sektor-Upgrade stützt den Aufwärtstrend
Dass die Aktie trotz dieser Verkäufe heute kräftig zulegt, liegt unter anderem an einer Neueinschätzung durch Morgan Stanley. Die Analysten hoben ihre Bewertung für den US-amerikanischen IT-Hardware-Sektor von „vorsichtig“ auf „im Einklang mit dem Markt“ an.
Als Grund wird die sogenannte „Chipflation“ angeführt: Die Erzeugerpreise für Speicherlösungen stiegen im Juni im Vorjahresvergleich um 27,6 %. Dies führt bei Großkunden zu einer verstärkten Beschaffungsaktivität aus Sorge vor weiter steigenden Kosten oder Knappheiten.
Zusätzlich profitiert Seagate von der anhaltenden Nachfrage durch Hyperscaler und Cloud-Giganten. Unternehmen wie Meta oder AWS investieren massiv in Hardware-Infrastruktur, um den Bedarf an KI-Anwendungen zu decken. Seagate hat sich hierfür durch langfristige Kapazitätsvereinbarungen positioniert, die bis in das Jahr 2027 reichen.
Starke Fundamentaldaten und optimistischer Ausblick
Die operativen Kennzahlen untermauern die aktuelle Bewertung. Für das vierte Quartal meldete Seagate einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 5,71 US-Dollar, womit die Konsensschätzungen der Analysten von 5,10 US-Dollar deutlich übertroffen wurden. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48,5 % auf 3,63 Milliarden US-Dollar.
Besonders optimistisch stimmt die Marktteilnehmer jedoch die Prognose für das erste Quartal 2027. Hier stellt das Unternehmen ein EPS in einer Spanne von 7,10 bis 7,50 US-Dollar in Aussicht.
Während die Skalierung der neuen HAMR-Plattform (Heat-Assisted Magnetic Recording) gewisse Risiken birgt, sehen Experten darin den entscheidenden Hebel, um die Speicherkapazitäten in Rechenzentren weiter zu erhöhen.
Analysten von Häusern wie Spark bewerten den Titel weiterhin mit „Outperform“ und rücken dabei die dominierende Rolle bei Enterprise-Hardware in den Fokus. Anleger achten zudem auf die kommende Quartalsdividende von 0,74 US-Dollar, für die der Ex-Tag auf den 24. September festgelegt wurde.
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