Der Höhenflug von Seagate Technology hat ein jähes Ende gefunden. Nach monatelangen Rekorden schlugen Anleger am Freitag massiv auf den Verkaufsknopf. Die Aktie verlor im Tagesverlauf 7,78 Prozent und notiert nun bei 830,00 Euro.
Korrektur nach Rekordjagd
Der Rücksetzer folgt auf eine Phase extremer Euphorie. Erst Mitte Juni markierte das Papier ein 52-Wochen-Hoch bei 998,00 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus trotz der aktuellen Korrektur bei über 590 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Aktie mehr als verdreifacht.
Marktbeobachter führen die Schwäche auf eine Neubewertung des gesamten Sektors zurück. Steigende Infrastrukturkosten und die Sorge vor Zinserhöhungen belasten hoch bewertete Hardware-Titel. Die Euphorie nach den starken Zahlen des Konkurrenten Micron verflog schnell. Anleger nutzen die hohen Kurse nun vermehrt für Gewinnmitnahmen.
Starke Zahlen, skeptische Insider
Fundamental läuft es für Seagate operativ weiterhin rund. Der Umsatz kletterte im dritten Geschäftsquartal um 44 Prozent auf 3,11 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,10 Dollar deutlich über den Erwartungen der Analysten.
Für das vierte Quartal peilt das Management einen Gewinn zwischen 4,80 und 5,20 Dollar an. Treiber dieser Entwicklung ist die neue Mozaic-Plattform für Rechenzentren. Diese Technologie gilt als entscheidender Vorteil im Wettbewerb um Speicherlösungen für Künstliche Intelligenz.
Indes stießen Führungskräfte des Unternehmens zuletzt rund 141.000 Aktien ab. Die institutionelle Beteiligung bleibt mit fast 93 Prozent jedoch auf einem sehr hohen Niveau. Große Fonds nutzen die Volatilität teilweise sogar für Zukäufe.
Die hohe Volatilität von fast 66 Prozent zeigt die aktuelle Nervosität im Markt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 53,1 Punkten nun wieder in einem neutralen Bereich. Das Papier gilt damit nicht mehr als überkauft.
Hält die Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt bei rund 690 Euro, könnte sich die Lage in den kommenden Wochen stabilisieren. Ein dauerhafter Rutsch unter dieses Niveau würde das Chartbild hingegen deutlich eintrüben.
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