Citigroup hat ihre Beteiligung an Sellas Life Sciences im dritten Quartal 2026 um 64% reduziert. Andere institutionelle Anleger stockten dagegen auf. Die gemeldeten Bestandsveränderungen ergeben damit kein einheitliches Bild: Einem deutlichen Rückzug stehen mehrere kleinere Zukäufe gegenüber. Für Anleger bleibt entscheidend, diese Transaktionen von den ausstehenden klinischen Ergebnissen zu trennen.

Citigroup reduziert, andere kaufen zu

Nach dem Abbau hielt Citigroup noch 119.036 Aktien. Der Wert der Position lag zum 30. September bei etwa 1,47 Millionen Dollar. Die Beteiligung wurde damit deutlich verkleinert, aber nicht vollständig aufgelöst.

Aus der Bestandsänderung allein lässt sich keine Bewertung der Studienprogramme ableiten. Die Meldung beschreibt eine Anlageentscheidung, liefert jedoch keinen Beleg dafür, wie Citigroup die Erfolgsaussichten der ausstehenden Untersuchungen einschätzt. Der Umfang des Verkaufs ist deshalb von seiner möglichen Interpretation zu unterscheiden.

Auf der Käuferseite erhöhte Pictet den Bestand um 15%. Swiss Life stockte um knapp 10% auf, das Arizona State Retirement System um 12%. Auch Xponance vergrößerte seine Position.

Diese Käufe bilden ein Gegengewicht zur Reduzierung bei Citigroup. Ein gemeinsamer Richtungswechsel institutioneller Investoren lässt sich daraus allerdings nicht ablesen. Ebenso wenig belegen die unterschiedlichen Transaktionen einen Konsens über die klinischen Aussichten von Sellas.

Klinische Ergebnisse bleiben der Prüfstein

Für die weitere Einordnung rückt insbesondere der Fortschritt der REGAL-Studie in den Vordergrund. Am 28. Oktober erreichte die Phase-3-Untersuchung das vorab festgelegte 80. Todesereignis.

Dieser Meilenstein ist noch kein Studienergebnis. Datenbanksperre, Entblindung und finale Analyse folgen. Damit ist zwischen dem erreichten Ereignisschwellenwert und der noch ausstehenden Aussage zum Studienausgang klar zu unterscheiden.

Vorläufige REGAL-Ergebnisse werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. Für denselben Zeitraum stellt Sellas erste Ergebnisse der Erstlinienstudie zu SLS009 bei neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie in Aussicht.

Beteiligungsmeldungen ersetzen keine Wirksamkeitsdaten

Die bereits behandelten SLS009-Daten nach Venetoclax-Versagen liefern klinischen Kontext. Ohne zeitgleichen Kontrollarm belegen sie jedoch keinen Überlebensvorteil. Diese Einschränkung bleibt für die Bewertung wichtiger als die Frage, welcher institutionelle Anleger zuletzt gekauft oder verkauft hat.

Die unterschiedlichen Beteiligungsveränderungen sind daher vor allem ein Positionierungssignal. Die angekündigten Studienergebnisse müssen dagegen zeigen, wie tragfähig die klinischen Erwartungen sind. Für Sellas stehen damit zwei getrennte Ebenen nebeneinander: bereits gemeldete Anlageentscheidungen und noch ausstehende medizinische Befunde.