Sellas Life Sciences bewegt sich in einer Phase gegensätzlicher Signale aus Forschung und Markt. Während das Unternehmen neue Laborbefunde zu seinem Entwicklungskandidaten SLS009 vorlegt, richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer weiterhin auf den ausstehenden Abschluss der fortgeschrittenen REGAL-Studie.
An der Börse notiert das Papier heute bei 10,25 Euro und verzeichnet ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn damit auf 262 Prozent.
Labortests zu SLS009 gegen resistente Tumormodelle
Am Freitag gab SELLAS Life Sciences präklinische Daten zur Wirkung von SLS009, auch bekannt als Tambiciclib, bekannt. Die Untersuchungen wurden an patientenabgeleiteten Organoid-Modellen des duktalen Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Gegenstand der Tests war unter anderem ein Modell mit Daraxonrasib-Resistenz sowie einer MYC-Amplifikation.
Nach Angaben des Unternehmens führte die gemeinsame Gabe von SLS009 und Daraxonrasib in diesem spezifischen Modell zu einer Apoptoserate von 36,5 Prozent. Zugleich wiesen die Messungen einen Nekroseanteil von 30,6 Prozent aus. SELLAS wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um Befunde aus Labormodellen handelt. Rückschlüsse auf klinische Therapieerfolge bei Patienten lassen sich daraus unmittelbar noch nicht ableiten.
Für biopharmazeutische Entwickler stellen präklinische Modellversuche einen frühen Schritt im Forschungszyklus dar. Sie dienen dazu, biologische Mechanismen zu überprüfen und mögliche Kombinationsansätze für spätere Testphasen auszuloten. Bis zu einer potenziellen Anwendung im Menschen müssen die Beobachtungen jedoch in aufwendigen klinischen Studienreihen bestätigt werden.
Spekulationen und juristische Prüfungen um REGAL
Abseits der Laborforschung wird das Geschehen bei Sellas Life Sciences von Diskussionen um das Hauptprogramm geprägt. Im Zentrum steht die klinische Phase-3-Studie REGAL, in der Galinpepimut-S bei akuter myeloischer Leukämie untersucht wird.
Am 17. September äußerte Adam Feuerstein im Fachmedium STAT die persönliche Prognose, dass diese Studie einen negativen Ausgang nehmen werde. Bei diesem Beitrag handelte es sich um einen journalistischen Kommentar und nicht um offizielle Unternehmensdaten oder bestätigte Studienergebnisse.
Begleitend zu den Marktdiskussionen kündigte die Kanzlei Pomerantz LLP an, im Auftrag von Anlegern mögliche Ansprüche gegen SELLAS Life Sciences zu prüfen.
Als Bezugspunkt nannte die Kanzlei Berichte über das Erreichen des achtzigsten Todesfall-Ereignisses in der Phase-3-Studie REGAL, zu dem das Unternehmen bisher keine Daten veröffentlicht habe. Pomerantz betonte dabei, dass die Einleitung dieser Untersuchung keine Feststellung eines tatsächlichen Fehlverhaltens darstellt.
Das Unternehmen befindet sich damit in einem Spannungsfeld. Einerseits treibt Sellas Life Sciences experimentelle Programme wie SLS009 voran, um neue Ansätze gegen resistente Krebsformen zu erforschen. Andererseits hängt die weitere Einschätzung der Pipeline maßgeblich an der offiziellen Vorlage und Veröffentlichung der finalen Daten aus dem REGAL-Programm.
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