Eine klinische Biotech-Aktie schießt in die Höhe. Die Sellas Life Sciences Group notiert am Donnerstag bei 12,80 Euro – ein Plus von 8 Prozent. Grund ist ein Cocktail aus heißen Gerüchten und einem bevorstehenden Studienergebnis.

Der Kurs hat sich in den letzten sieben Tagen um 38 Prozent verteuert. Auf Jahressicht beträgt das Plus sogar über 600 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 15,25 Euro, erreicht erst am 30. Juni, ist nur noch 16 Prozent entfernt.

REGAL-Studie vor entscheidender Analyse

Der wichtigste Treiber: die finale Auswertung der Phase-3-REGAL-Studie. Sie testet den Wirkstoff Galinpepimut-S (GPS) gegen akute myeloische Leukämie. Von den 80 benötigten Ereignissen für die finale Analyse sind bereits 78 erreicht. Das Unternehmen selbst ist gegenüber den Ergebnissen noch verblindet.

GPS ist ein immuntherapeutischer Krebs-Wirkstoff, der auf das WT1-Antigen abzielt. Der Daten-Readout gilt als das entscheidende Ereignis für die weitere Zukunft des Unternehmens.

Change-of-Control-Klauseln verstärken Kaufspekulation

Hinzu kommen pikante Details aus den Vergütungsberichten. Sellas hat die Vorstandsverträge geändert – mit klaren Change-of-Control-Klauseln für den CEO, den Finanzvorstand und den Entwicklungschef. Bei einem Kontrollwechsel drohen Einmalzahlungen und die sofortige Vesting von Aktienpaketen.

Solche Klauseln gelten in der Biotech-Branche als klassischer Vorbote einer Übernahme. Die Spekulationen laufen heiß.

Kasse gut gefüllt, zweite Studie in der Pipeline

Sellas verfügt über eine solide Finanzbasis: 107 Millionen Dollar Barmittel zum Ende des ersten Quartals. Dazu kamen 28,7 Millionen Dollar aus der Ausübung von Warrants im April und Mai. Nennenswerte Umsätze erzielt das Unternehmen nicht, die Verluste laufen weiter.

Ein zweiter Wirkstoff namens SLS009, ein CDK9-Inhibitor gegen Leukämie, könnte im vierten Quartal 2026 erste Phase-2-Daten liefern. Ob die Rallye trägt, entscheidet sich aber schon früher: mit der REGAL-Readout.