Starke Wachstumsraten, angehobene Prognosen und ein massiv erhöhtes KI-Ziel. Auf dem Papier liefert ServiceNow ein makelloses Auftaktquartal. An der Börse klaffen Realität und Stimmung jedoch weit auseinander. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel zeitweise um 13 Prozent ab.
Der Softwarekonzern übertraf mit einem Umsatz von 3,77 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 97 Cent die Markterwartungen. Ein genauerer Blick in die Bücher offenbart die Gründe für den plötzlichen Abverkauf. Geopolitische Spannungen hinterlassen erste Bremsspuren im operativen Geschäft.
Nahost-Konflikt bremst Vertragsabschlüsse
Verzögerte Vertragsabschlüsse im Nahen Osten kosteten das Unternehmen beim Wachstum der Abonnementeinnahmen etwa 75 Basispunkte. Großkunden hielten sich bei lokalen Software-Installationen spürbar zurück.
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CFO Gina Mastantuono bestätigte gegenüber CNBC eine vorsichtigere Planung für den Rest des Jahres. Der anhaltende Konflikt zwinge das Management zu einer konservativeren Einschätzung der künftigen Deal-Zeitpläne.
Margendruck durch Armis-Übernahme
Ein weiterer Wermutstropfen ist die Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge im Abo-Geschäft fiel im Jahresvergleich um 300 Basispunkte auf 81,5 Prozent. Die kürzlich vollzogene Übernahme des Sicherheitsanbieters Armis belastet die Bilanz zusätzlich.
Der Zukauf treibt zwar das Umsatzwachstum an, drückt aber spürbar auf die Ertragskraft. Für das Gesamtjahr rechnet ServiceNow mit Gegenwind bei der freien Cashflow-Marge und der operativen Marge. Eine Normalisierung der Profitabilität erwartet das Management erst ab 2027.
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KI-Fantasie und milliardenschwere Aktienrückkäufe
Um Investoren bei Laune zu halten, dreht das Management an anderen Stellschrauben. Das Umsatzziel für Produkte mit Künstlicher Intelligenz hob der Vorstand für 2026 drastisch auf 1,5 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem Sprung von 50 Prozent gegenüber der bisherigen Prognose.
Parallel dazu stützt das Unternehmen den eigenen Kurs mit massiven Kapitalrückflüssen. Allein im ersten Quartal kaufte ServiceNow rund 20 Millionen eigene Aktien zurück. Das Volumen dieses beschleunigten Rückkaufprogramms belief sich auf 2,2 Milliarden US-Dollar — mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr.
Trotz der kurzfristigen Margenprobleme blickt der Konzern optimistisch auf das Gesamtjahr. Die Prognose für die Abonnementeinnahmen hob ServiceNow auf eine Spanne von 15,74 bis 15,78 Milliarden US-Dollar an. Neue Impulse für die Aktie dürften zeitnah folgen. Am 4. Mai lädt das Management zum Financial Analyst Day nach Las Vegas ein, wo konkrete Details zur weiteren KI-Monetarisierung auf der Agenda stehen.
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