ServiceNow: 20 Millionen Aktien in Q1 zurückgekauft

ServiceNow übertrifft die Erwartungen im ersten Quartal, dennoch bricht die Aktie ein. Geopolitische Risiken und Margendruck belasten die Stimmung.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Prognosen
  • Aktie stürzt nachbörslich um 13 Prozent ab
  • Nahost-Konflikt verzögert Vertragsabschlüsse
  • KI-Umsatzziel auf 1,5 Milliarden Dollar erhöht

Starke Wachstumsraten, angehobene Prognosen und ein massiv erhöhtes KI-Ziel. Auf dem Papier liefert ServiceNow ein makelloses Auftaktquartal. An der Börse klaffen Realität und Stimmung jedoch weit auseinander. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel zeitweise um 13 Prozent ab.

Der Softwarekonzern übertraf mit einem Umsatz von 3,77 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 97 Cent die Markterwartungen. Ein genauerer Blick in die Bücher offenbart die Gründe für den plötzlichen Abverkauf. Geopolitische Spannungen hinterlassen erste Bremsspuren im operativen Geschäft.

Nahost-Konflikt bremst Vertragsabschlüsse

Verzögerte Vertragsabschlüsse im Nahen Osten kosteten das Unternehmen beim Wachstum der Abonnementeinnahmen etwa 75 Basispunkte. Großkunden hielten sich bei lokalen Software-Installationen spürbar zurück.

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CFO Gina Mastantuono bestätigte gegenüber CNBC eine vorsichtigere Planung für den Rest des Jahres. Der anhaltende Konflikt zwinge das Management zu einer konservativeren Einschätzung der künftigen Deal-Zeitpläne.

Margendruck durch Armis-Übernahme

Ein weiterer Wermutstropfen ist die Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge im Abo-Geschäft fiel im Jahresvergleich um 300 Basispunkte auf 81,5 Prozent. Die kürzlich vollzogene Übernahme des Sicherheitsanbieters Armis belastet die Bilanz zusätzlich.

Der Zukauf treibt zwar das Umsatzwachstum an, drückt aber spürbar auf die Ertragskraft. Für das Gesamtjahr rechnet ServiceNow mit Gegenwind bei der freien Cashflow-Marge und der operativen Marge. Eine Normalisierung der Profitabilität erwartet das Management erst ab 2027.

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KI-Fantasie und milliardenschwere Aktienrückkäufe

Um Investoren bei Laune zu halten, dreht das Management an anderen Stellschrauben. Das Umsatzziel für Produkte mit Künstlicher Intelligenz hob der Vorstand für 2026 drastisch auf 1,5 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem Sprung von 50 Prozent gegenüber der bisherigen Prognose.

Parallel dazu stützt das Unternehmen den eigenen Kurs mit massiven Kapitalrückflüssen. Allein im ersten Quartal kaufte ServiceNow rund 20 Millionen eigene Aktien zurück. Das Volumen dieses beschleunigten Rückkaufprogramms belief sich auf 2,2 Milliarden US-Dollar — mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr.

Trotz der kurzfristigen Margenprobleme blickt der Konzern optimistisch auf das Gesamtjahr. Die Prognose für die Abonnementeinnahmen hob ServiceNow auf eine Spanne von 15,74 bis 15,78 Milliarden US-Dollar an. Neue Impulse für die Aktie dürften zeitnah folgen. Am 4. Mai lädt das Management zum Financial Analyst Day nach Las Vegas ein, wo konkrete Details zur weiteren KI-Monetarisierung auf der Agenda stehen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.