ServiceNow schraubt sein Ziel für KI-Verträge auf 1,5 Milliarden Dollar hoch. Die Aktie reagiert am Montag mit spürbarem Auftrieb. Der Softwarekonzern signalisiert damit, dass sich seine generative KI schneller in echte Umsätze verwandelt als bislang erwartet.
Now Assist zieht Kunden an
Im Zentrum der Neubewertung steht „Now Assist“, die KI-Erweiterung für ServiceNows Workflow-Plattform. Das Management hebt das Vertragsziel an und begründet dies mit wachsender Nachfrage nach dem Pro-Plus-Abonnement. Deals mit drei oder mehr KI-Produkten legten im ersten Quartal um rund 70 Prozent zum Vorjahr zu.
Parallel dazu meldet ServiceNow eine neue Partnerschaft mit Hitachi Digital Services, bekannt gegeben am 13. Juli 2026. Die Kooperation treibt das Hitachi Intelligent Infrastructure Monitoring voran. Sie kombiniert Hitachis Know-how in operativer Technologie mit der ServiceNow-KI-Plattform. Ziel ist Echtzeit-Überwachung für kritische Infrastruktur in Energie, Mobilität und Fertigung.
Kurs, Bewertung und Kaufempfehlung
Die Aktie schloss am Montag bei 97,70 Euro. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 8,63 Prozent zu Buche, auf Wochensicht sind es noch 0,87 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 59,8 — nicht überkauft, aber deutlich im bullischen Terrain.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 59,41 Prozent. Das zeigt: Der Sektor bleibt nervös, auch wenn der Trend gerade nach oben zeigt. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 97,31 Milliarden Euro.
Guggenheim-Analyst DiFucci hat ServiceNow kürzlich auf „Buy“ hochgestuft. Er verweist auf die attraktive Bewertung von rund dem 7,5-Fachen des Unternehmenswerts im Verhältnis zum erwarteten Umsatz der nächsten zwölf Monate. Risiken durch KI-Disruption bestehen laut DiFucci weiter — das aktuelle Kursniveau preise sie aber bereits ein.
Kapital fließt zurück in Software
Am Markt zeichnet sich eine Rotation ab: weg von KI-Hardware und Infrastruktur, hin zur Anwendungsebene. Halbleiterwerte gerieten zuletzt wegen Kapazitätssorgen unter Druck. Etablierte Softwareanbieter wie ServiceNow profitieren dagegen von einer Erholung nach der scharfen Bewertungskorrektur im Sektor Anfang des Jahres, die manche Beobachter als „SaaSpocalypse“ bezeichneten.
Kein Wunder, dass sich Kapital gerade dorthin verschiebt, wo Bewertungen wieder Luft nach oben lassen.
Am Mittwoch, den 22. Juli 2026, legt ServiceNow nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Investoren achten dabei besonders auf eine Bestätigung des 1,5-Milliarden-Dollar-Ziels bei KI-Verträgen sowie auf aktuelle Werte bei den Remaining Performance Obligations. Eine laufende Untersuchung des US-Justizministeriums und mögliche Kürzungen bei Software-Budgets bleiben Belastungsfaktoren im Hintergrund.
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