ServiceNow Aktie: Das Bewertungs-Paradoxon

Der Softwarekonzern ServiceNow verzeichnet solides operatives Wachstum, doch die Aktie stürzt ab. Anleger fürchten, dass KI-Tools das klassische Abo-Geschäftsmodell der Branche bedrohen.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursverlust von 31 Prozent seit Jahresbeginn
  • Umsatzwachstum von 21 Prozent im letzten Quartal
  • Neues KI-Tool von Anthropic schürt Branchenängste
  • Analysten bleiben gespalten über die Zukunft von SaaS

Die Bilanzen glänzen, während die Börse den Software-Konzern zeitgleich massiv abstraft. Ein neues KI-Tool von Anthropic schürt an der Wall Street die existenzielle Sorge, dass künstliche Intelligenz das klassische Abo-Modell der Branche aushöhlen könnte. Obwohl die operativen Geschäfte auf Hochtouren laufen, dominiert bei den Anlegern die Angst vor der technologischen Disruption.

Ein neues Tool weckt alte Ängste

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist ein Update des KI-Chatbots Claude von Anthropic. Die Software kann nun ferngesteuert Computer bedienen, Apps öffnen und Tabellen ausfüllen. Diese Entwicklung zeigt exemplarisch, wie KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen, die bisher klassischer Unternehmenssoftware vorbehalten waren.

Die Reaktion der Investoren ließ nicht lange auf sich warten. Im Sog eines schwächelnden SaaS-Sektors gab der Kurs am Dienstag um über vier Prozent nach und beendete den Handel bei 104,65 US-Dollar. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf rund 31 Prozent.

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Starke Zahlen prallen auf Skepsis

Dieser Kursrutsch entbehrt einer fundamentalen Grundlage, denn das operative Geschäft wächst rasant. Im letzten Quartal kletterte der Umsatz um knapp 21 Prozent auf 3,57 Milliarden US-Dollar. Besonders aussagekräftig ist der Anstieg der vertraglich zugesicherten, aber noch nicht abgerechneten Umsätze (cRPO) um 25 Prozent auf 12,85 Milliarden US-Dollar. Eine Verlängerungsrate von 98 Prozent unterstreicht zudem die hohe Kundentreue.

Trotz dieser operativen Stärke warnte TV-Börsenkommentator Jim Cramer kürzlich vor weiterer Turbulenz. Das klassische SaaS-Geschäftsmodell sei an der Wall Street derzeit schlichtweg unbeliebt. Gleichzeitig bewertete er die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 als erstaunlich günstig für einen Wachstumswert. Auch institutionelle Anleger scheinen das niedrige Niveau zu nutzen: Die Zahl der Hedgefonds, die ServiceNow in ihren Portfolios halten, stieg im vierten Quartal von 104 auf 118 an.

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Wall Street bleibt gespalten

Unter Analysten sorgt der Ausverkauf für hitzige Debatten. Während Experten der Bank of America die Abkehr von SaaS-Aktien als unlogisch und überzogen bezeichnen, sehen andere durchaus strukturelle Risiken. Analysten der Futurum Group erwarten zwar eine teilweise Kannibalisierung durch KI-gesteuerte Workflows, billigen essenziellen Anbietern wie ServiceNow aber weiterhin eine starke Marktposition zu. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut MarketBeat-Daten derzeit bei 192,61 US-Dollar.

Am 29. April 2026 präsentiert das Unternehmen nach US-Börsenschluss seine nächsten Quartalszahlen. Dieser Termin liefert den Investoren die konkreten fundamentalen Daten, um die tatsächlichen Auswirkungen der KI-Konkurrenz auf die Verlängerungsraten und das Neugeschäft objektiv zu bewerten.

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