Ein Kurssprung von 10,37 Prozent am Freitag setzt ein klares Ausrufezeichen. Mit einem Schlusskurs von 86,88 Euro meldet sich ServiceNow eindrucksvoll zurück. Die wahre Bewährungsprobe steht allerdings unmittelbar bevor. Ein wichtiges Ultimatum für Bestandskunden läuft ab.
Preismacht auf dem Prüfstand
Am 30. Juni endet die Frist für alte Vertragsmodelle. Kunden müssen sich entscheiden. Die Investmentbank Raymond James rechnet mit deutlichen Preiserhöhungen. Diese fallen laut Branchenkreisen höher aus als vom Markt erwartet.
Ziehen Kunden ihre Vertragsverlängerungen vor, spült das frisches Geld in die Kassen. Dieser Effekt könnte die Buchungszahlen für das zweite Quartal massiv antreiben. Das Management testet hier aggressiv seine Preismacht im Markt.
Software schlägt Chips
Der starke Freitag war kein isoliertes Ereignis. Software-Werte dominierten den breiten Markt, während Halbleiter-ETFs deutlich nachgaben. Monatelang fürchteten Investoren, künstliche Intelligenz würde klassische Software verdrängen. Nun dreht sich die Stimmung.
Ob dieser Trend hält, zeigen die Quartalszahlen am 29. Juli. Die Messlatte liegt hoch. ServiceNow peilt für das laufende Quartal einen Abo-Umsatz von rund 3,8 Milliarden US-Dollar an.
Das erste Jahresviertel lieferte bereits starke Vorgaben. Die Kundenbasis wächst rasant. Die Prognose für KI-basierte Umsätze hob der Vorstand kürzlich auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar an.
Gegenwind drückt auf die Marge
Trotz des jüngsten Kurssprungs bleibt das Papier volatil. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt bei enormen 80,61 Prozent. Ein RSI-Wert von 49,1 signalisiert eine neutrale technische Ausgangslage. Auf Monatssicht steht noch immer ein leichtes Minus auf der Kurstafel.
Operativ drohen kurzfristige Belastungen. Verzögerte Vertragsabschlüsse im Nahen Osten bremsen das Wachstum. Die Übernahme von Armis drückt zusätzlich auf die Profitabilität. Das Management rechnet mit spürbaren Einbußen bei der operativen Marge und dem freien Cashflow.
Analysten bleiben unbeeindruckt. Die Wall Street ruft ein durchschnittliches Kursziel von 140,63 US-Dollar aus. Das signalisiert massives Aufwärtspotenzial.
Die kommende Handelswoche liefert direkte Antworten. Das Ultimatum am 30. Juni zwingt Kunden zum Handeln. Vorgezogene Verlängerungen würden die ambitionierte Umsatzprognose massiv stützen. Liefern die anstehenden Makrodaten weiteren Rückenwind für den Software-Sektor, steht das Fundament für die Quartalszahlen Ende Juli.
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