Eine Woche vor den Quartalszahlen legt sich Oppenheimer fest: Das Analysehaus traut ServiceNow deutlich mehr zu als bisher gedacht und schraubt sein Kursziel auf 140 Dollar hoch. Die Aktie notiert aktuell bei 104,85 Dollar – zwischen Kurszielen und Kurs klafft damit eine erhebliche Lücke.

Die Einstufung „Outperform“ bleibt bestehen, das Kursziel wandert von 130 auf 140 Dollar. Oppenheimer begründet den Schritt mit der Widerstandsfähigkeit des Workflow-Automatisierungsgeschäfts: Sorgen um eine Disruption durch generative KI seien zwar nicht unbegründet, aber übertrieben. Die tiefe Verankerung in Unternehmensprozessen, proprietäre Datenbestände und ein wachsendes KI-Geschäft sprächen für ServiceNow. Die Fundamentaldaten stützen diese Einschätzung: 22 Prozent Umsatzwachstum und eine Bruttomarge von rund 77 Prozent zeigen ein Unternehmen, das trotz KI-Debatte operativ stabil bleibt.

Oppenheimer rechnet für das zweite Quartal mit Ergebnissen über den Erwartungen, getragen von starker KI-Kommunikation und Margenstärke durch Effizienzgewinne und disziplinierte Einstellungspolitik. Bis Ende 2026 soll der KI-Anteil am Umsatz die Marke von 10 Prozent überschreiten – ein Ziel, das die langfristigen Finanzvorgaben bis 2030 stützen soll.

Gespaltenes Analystenbild

Einheitlich ist die Stimmung unter den Analysten allerdings nicht. UBS hob sein Ziel zuletzt auf 115 Dollar bei neutraler Einstufung an, Truist Securities kam auf 130 Dollar und verwies auf die robuste Nachfrage nach KI-Werkzeugen im Unternehmenssegment. Die Spanne der Kursziele reicht damit von 115 bis 140 Dollar – ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Wachstumschancen durch die KI-Transformation eingepreist werden.

Auf der Produktseite baut ServiceNow sein Partnernetzwerk weiter aus. Hitachi Digital Services hat eine Kooperation angekündigt, die Infrastrukturüberwachung mit KI-gestützten Werkzeugen auf der ServiceNow-Plattform verbindet. Zusätzlich hat der GIS-Anbieter Esri eine Integration namens „ArcGIS for ServiceNow“ vorgestellt, die Standortdaten in Echtzeit in bestehende ServiceNow-Workflows einbindet – die Beta-Version soll in Kürze verfügbar sein.

Die Quartalszahlen am 22. Juli werden zeigen, ob die optimistischen Prognosen der Analysten Substanz haben. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen aktuellem Kurs und den Kurszielen der Analysten das prägende Thema für die Aktie.