ServiceNow erlebte am Donnerstag eine turbulente Handelssitzung. Berichte über veränderte KI-Strategien bei Großkunden drückten den Kurs vorbörslich um 3,5 Prozent. Am Ende des Tages stand dennoch ein Plus von einem Prozent auf 108,90 US-Dollar. Die Anleger schwanken zwischen Budgetängsten und Analystenlob.
Der Starbucks-Effekt
Auslöser der anfänglichen Kursverluste waren Berichte über Starbucks. Die Kaffeehauskette prüft offenbar, eigene Software für Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Damit will das Unternehmen bestehende externe Anwendungen ersetzen. Starbucks gibt jährlich etwa 400 Millionen US-Dollar für Software aus. In diesem Geschäftsjahr soll das Technologiebudget um 30 Millionen US-Dollar schrumpfen.
Das weckt Ängste im Markt. Wenn große Konzerne ihre KI-Werkzeuge lieber selbst bauen, bedroht das die Wachstumspläne von Software-as-a-Service-Anbietern. Ein breiter Trend zum sogenannten In-Sourcing würde das Geschäftsmodell von ServiceNow direkt treffen. Die Folge: langfristiger Margendruck.
Analysten bleiben optimistisch
Truist Financial liefert ein Gegengewicht zu diesen Sorgen. Die Investmentbank hob das Kursziel für ServiceNow von 120 auf 130 US-Dollar an. Die Einstufung bleibt auf „Buy“. Die Analysten vertrauen darauf, dass der Konzern aktuelle makroökonomische Gegenwinde erfolgreich meistert.
Auch institutionelle Investoren halten dem Unternehmen die Treue. Sie besitzen gut 87 Prozent der ausstehenden Papiere. Ein anderes Bild zeigt sich beim Führungspersonal. In den vergangenen drei Monaten verkauften Insider eigene Aktien im Wert von 2,7 Millionen US-Dollar. Käufe blieben komplett aus.
Netzwerke und Quartalszahlen
Um die Marktposition zu stärken, baut ServiceNow sein Partnernetzwerk aus. Neue Kooperationen mit Hexnode UEM und Cyberhill integrieren die Plattform in spezialisierte Bereiche wie die Geräteverwaltung und den Verteidigungssektor. Ein dichtes Netz an Partnern soll Kunden langfristig binden.
Der Fokus richtet sich nun auf den 22. Juli 2026. An diesem Tag veröffentlicht ServiceNow die Ergebnisse für das zweite Quartal. Der Markt erwartet einen Gewinn von 0,76 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz soll bei 3,93 Milliarden US-Dollar liegen.
Anleger achten bei der Vorlage besonders auf die Abonnementeinnahmen. Das Management stellte hierfür zuletzt eine Gesamtjahresspanne von 15,53 bis 15,57 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Ein robuster Ausblick würde die Sorgen vor abwandernden Großkunden wirksam eindämmen.
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