Ein UBS-Analyst, der ServiceNow bislang als einzige Kaufempfehlung im Anwendungssoftware-Sektor führte, hat diese Überzeugung aufgegeben — und damit eine Debatte ausgelöst, die weit über eine einzelne Aktie hinausgeht.
Die Herabstufung von „Kaufen“ auf „Neutral“ traf den Kurs hart. ServiceNow verlor in der vergangenen Woche rund 18,6 %, allein am Freitag brach die Aktie um 7,6 % ein und schloss auf einem 52-Wochen-Tief von 83 US-Dollar. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf 41 %. Das Kursziel senkte UBS-Analyst Karl Keirstead von 170 auf 100 US-Dollar.
Was UBS beunruhigt
Keirstead stützt seine Neubewertung auf konkrete Gespräche mit Unternehmenskunden. Drei Punkte stechen hervor:
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- Einige Kunden erwägen, KI-Agenten für die Workflow-Automatisierung einzusetzen, anstatt bestehende ServiceNow-Funktionen auszubauen.
- Der Bereich Customer Service Management — rund 10 % der Gesamterlöse — gilt als besonders anfällig für KI-bedingte Stellenreduktionen, was das Lizenzwachstum bremsen könnte.
- ServiceNow wird von Kunden nicht konsistent als bevorzugte Orchestrierungsebene für KI-Agenten genannt.
Hinzu kommt ein Budgetdruck: In mehr als der Hälfte der Kundengespräche berichteten Unternehmen, klassische Softwareausgaben zugunsten von KI-Infrastrukturinvestitionen zu kürzen. UBS senkte seine Wachstumsprognose für die verbleibenden Leistungsverpflichtungen bis Ende 2026 von 20 % auf 16 %.
Starke Zahlen, schwaches Vertrauen
Die operative Realität zeichnet ein anderes Bild. Im Gesamtjahr 2025 wuchs der Umsatz um 21 % auf 13,3 Milliarden US-Dollar; die vertraglich gesicherten künftigen Erlöse stiegen um 27 %. Das vierte Quartal lieferte einen Umsatz von 3,57 Milliarden Dollar — ein Plus von 20,7 % gegenüber dem Vorjahr — und übertraf die Gewinnerwartungen je Aktie.
Für 2026 peilt ServiceNow ein Abonnementwachstum von mehr als 20 % sowie eine Free-Cash-Flow-Marge von 36 % an, nach 35 % im Vorjahr.
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Auch das KI-Produkt Now Assist entwickelt sich: Der jährliche Vertragswert überschritt 600 Millionen Dollar, das Neugeschäft verdoppelte sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen strebt für 2026 einen Now-Assist-ACV von über einer Milliarde Dollar an — und setzt dabei auf Partnerschaften mit Anthropic und OpenAI sowie die Übernahme von Moveworks.
Der Test kommt am 22. April
Am 22. April veröffentlicht ServiceNow nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Die eigene Umsatzprognose für Abonnements liegt bei 3,65 bis 3,655 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 18,5 bis 19 % in konstanten Währungen entspricht. Der Konsens der Analysten liegt mit 3,75 Milliarden Dollar spürbar höher.
Entscheidend wird sein, ob das Now-Assist-Geschäft das Tempo hält und ob das Management die Seat-Compression-These mit konkreten Kundendaten entkräften kann. Die Lücke zwischen der eigenen Prognose und den Markterwartungen lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.
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