Nach einem harten Jahresauftakt schöpfen Anleger bei ServiceNow wieder etwas Hoffnung. Sorgen um die Zukunft klassischer Software-Abos hatten den Titel in den vergangenen Monaten deutlich unter Druck gesetzt. Am Donnerstag zeigte der Kurs eine spürbare Gegenbewegung, gestützt durch optimistische Analystenstimmen und eine strategische Vertriebspartnerschaft.

Der Kampf um das Abo-Modell

Der Software-as-a-Service-Sektor leidet derzeit unter einem strukturellen Wandel. Investoren fürchten, dass autonome KI-Agenten die traditionellen, nutzerbasierten Abo-Modelle stören könnten. Diese Skepsis kostete ServiceNow seit Jahresbeginn rund 23 Prozent an Börsenwert – und das trotz starker Quartalszahlen.

Inzwischen erkennen erste Experten eine Einstiegschance. So stufte BNP Paribas die Papiere auf „Outperform“ hoch und hob das Kursziel auf 140 US-Dollar an. Die Analysten verweisen auf das attraktive Chance-Risiko-Verhältnis und das Potenzial der hauseigenen KI-Monetarisierung. Auch wenn andere Häuser wie Rothschild & Co. ihre Ziele leicht senkten, bleibt der Grundtenor an der Wall Street mit 30 Kaufempfehlungen positiv.

Frischer Impuls durch Partnerschaft

Operativen Rückenwind liefert eine Mitte März erweiterte Kooperation mit Carahsoft Technology. Bisher war der Distributor vor allem für Regierungsaufträge bekannt. Nun öffnet er sein gewaltiges Netzwerk von über 10.000 Wiederverkäufern auch für kommerzielle Branchen wie den Einzelhandel, das Gesundheitswesen und den Finanzsektor.

ServiceNow macht sich damit unabhängiger vom reinen Direktvertrieb. Die eigenen Workflow- und KI-Werkzeuge landen direkt in den etablierten Vertriebskanälen der Partner. Dass die Nachfrage in diesem Bereich anzieht, belegen die Zahlen: Der jährliche Vertragswert für KI-Lösungen kletterte zuletzt von 250 Millionen auf 600 Millionen US-Dollar.

Wichtige Termine im Frühjahr

Die Nachhaltigkeit der aktuellen Erholung wird in den kommenden Wochen an zwei konkreten Terminen auf die Probe gestellt. Am 21. April 2026 präsentiert das Unternehmen seine Ergebnisse für das abgelaufene Quartal. Kurz darauf, vom 5. bis 7. Mai, folgt die Hausmesse „Knowledge 2026“ in Las Vegas.

Die Konferenz dient traditionell als Bühne für neue Produktankündigungen und Partnerschaften. Angesichts eines Jahresumsatzes von über 13 Milliarden US-Dollar und einer operativen Marge von 16,5 Prozent liefert das Management dort die nächsten handfesten Argumente für die weitere Kursentwicklung.