Juli nach Handelsschluss in den USA vor. Der Konsens der Analysten liegt bei einem Gewinn von 0,86 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 3,93 Milliarden US-Dollar – ein erwartetes Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im ersten Quartal hatte der Softwarekonzern mit 0,97 US-Dollar pro Aktie exakt die Erwartungen getroffen und beim Umsatz mit 3,77 Milliarden US-Dollar die Prognose von 3,75 Milliarden US-Dollar leicht übertroffen, ein Zuwachs von 22,1 Prozent.

An der Börse zeigt sich der Titel zuletzt uneinheitlich. Zum Wochenschluss am Freitag notierte die Aktie bei 90,20 Euro, ein Rückgang von 0,79 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dagegen ein Plus von 8,57 Prozent – ein Hinweis darauf, dass sich der Kurs von einem vorherigen Rückschlag teilweise erholt hat, auch wenn die Stimmung vor den Zahlen angespannt bleibt.

Sicherheitslücke sorgt für zusätzlichen Gesprächsstoff

Neben dem Zahlenwerk beschäftigt eine Sicherheitswarnung die Anlegerschaft. ServiceNow informierte über eine kritische Schwachstelle, die unbefugten Zugriff auf Kundeninstanzen ermöglichte. Unbekannte Angreifer nutzten die Lücke aus, betroffen waren Kunden mit der Australia-Plattformversion oder älteren Releases in Verbindung mit bestimmten Konfigurationsänderungen. Das Unternehmen hat inzwischen ein Sicherheitsupdate veröffentlicht. Wie stark der Vorfall das Kundenvertrauen belastet, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen, dürfte aber in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen Thema werden.

Institutionelle Anleger uneins, Analysten weit gespreizt

Die jüngsten Pflichtmeldungen institutioneller Investoren zeichnen ein gemischtes Bild. Avalon Trust reduzierte seinen Bestand im ersten Quartal um 98,7 Prozent auf noch 1.426 Aktien, Clearstead Trust kappte seine Position um 97,3 Prozent auf 533 Aktien. Gegenläufig bewegte sich Financiere des Professionnels, das seinen Bestand um 1.700 Prozent auf 22.950 Aktien im Wert von 2,4 Millionen US-Dollar ausbaute, während Assetmark seine Position um 15,9 Prozent auf 306.385 Aktien im Wert von rund 32 Millionen US-Dollar erhöhte. Die gesamte institutionelle Beteiligung liegt bei 87,18 Prozent. Auf der Insiderseite verkauften Direktorin Anita Sands 16.445 Aktien zu 90,14 US-Dollar und Direktor Paul Chamberlain 1.500 Aktien zu 87,23 US-Dollar, beide Mitte Mai. Jacqueline Canney trennte sich im April von 8.927 Aktien zu 89,60 US-Dollar.

Auch bei den Kurszielen der Analysten zeigt sich eine breite Spanne. Goldman Sachs bewertet die Aktie mit Kaufempfehlung und einem Ziel von 145 US-Dollar, HSBC sieht sie bei 171 US-Dollar als Kauf, Raymond James und RBC nennen jeweils 130 US-Dollar bei Outperform-Einstufung, Needham empfiehlt bei einem Ziel von 115 US-Dollar den Kauf. Am unteren Ende der Erwartungen steht KeyCorp mit einer Underweight-Einstufung und einem Kursziel von 85 US-Dollar, während Capital One die Aktie mit Übergewichten und einem Ziel von 120 US-Dollar einstuft. In der Gesamtschau kommt der Konsens auf ein moderates Kaufvotum mit einem Durchschnittsziel von 141,03 US-Dollar.

Ausblick: KI-Wachstum im Fokus

Für die längere Frist verweisen Marktbeobachter auf das KI-Geschäft als Wachstumstreiber. ServiceNow hat sein Umsatzziel für KI-Produkte für 2026 von zuvor 1 Milliarde auf 1,5 Milliarden US-Dollar angehoben. Das Abonnementgeschäft wuchs im ersten Quartal um 19 Prozent auf 3,671 Milliarden US-Dollar. Von den Analysten, die den Titel abdecken, votieren 34 von 46 für eine Kaufempfehlung, das mittlere Kursziel liegt bei 142 US-Dollar.

Ob die für den 22. Juli angesetzten Quartalszahlen die zuletzt volatile Kursentwicklung beruhigen können, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie das Unternehmen die Wachstumsdynamik im Kerngeschäft und die Fortschritte bei KI-Produkten kommentiert. Die breite Streuung der Kursziele – von 85 bis 171 US-Dollar – zeigt, dass unter den Analysten trotz überwiegend positiver Grundhaltung keine Einigkeit über das kurzfristige Potenzial der Aktie besteht.