ServiceNow: Bundesaufträge um 72% eingebrochen

ServiceNow vor Quartalszahlen: Analysten erwarten Umsatzplus, doch Kursverfall und hohe Bewertung belasten die Aktie.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatzprognose von 3,75 Milliarden Dollar
  • KI-Dienste als künftiger Wachstumstreiber
  • Kurs nahe Mehrjahrestief trotz Marktoptimismus
  • Analysten senken Kursziele, raten aber zum Kauf

ServiceNow steht vor einem entscheidenden Quartalsbericht. Der Softwarekonzern öffnet heute nach US-Börsenschluss seine Bücher. Die Ausgangslage ist paradox. Das Management sieht einen gigantischen Zielmarkt von 600 Milliarden US-Dollar. Die Aktie handelt derweil nahe an einem Mehrjahrestief.

Das Unternehmen wächst aggressiv durch Zukäufe. Durch Übernahmen in den Bereichen Sicherheit und Identitätsmanagement hat sich der adressierbare Markt laut Vorstand vervielfacht. Ursprünglich ging ServiceNow von lediglich 90 Milliarden US-Dollar aus.

Hohe Erwartungen trotz Gegenwind

Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Umsatz von 3,75 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von gut 21 Prozent zum Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie liegt der Konsens bei 95 US-Cent.

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In der Vergangenheit hat das Unternehmen die Prognosen regelmäßig übertroffen. Allerdings bremsen aktuell einige Faktoren das Wachstum. Der Wechsel von selbst gehosteten Systemen in die Cloud drückt auf die Marge. Hinzu kommt eine deutliche Schwäche im öffentlichen Sektor. Die Aufträge der US-Regierung brachen im ersten Quartal massiv ein.

KI als künftiger Umsatztreiber

Trotz der aktuellen Hürden wächst die Fantasie im Bereich der Künstlichen Intelligenz. ServiceNow integriert Modelle von Partnern wie Microsoft und OpenAI in seine Arbeitsabläufe. Oppenheimer-Analyst Brian Schwartz erwartet hier einen Meilenstein.

Er prognostiziert, dass KI-Dienste bis Ende 2026 über zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen werden. Das wäre ein Novum in der Softwarebranche. Dennoch senkte Schwartz sein Kursziel auf 130 US-Dollar. Er begründet dies mit branchenweit sinkenden Bewertungen.

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Teure Bewertung drückt auf den Kurs

Auch andere Banken passen ihre Modelle an. Deutsche Bank und TD Cowen reduzierten ihre Kursziele auf 135 beziehungsweise 140 US-Dollar. Beide raten aber weiterhin zum Kauf der Aktie.

Das Problem: die fundamentale Bewertung. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 22 ist das Papier deutlich teurer als der Branchendurchschnitt. Die jüngste Anhebung der Jahresprognose auf über 15,5 Milliarden US-Dollar reichte nicht aus, um Investoren zu beruhigen.

Die Aktie pendelt aktuell um die Marke von 102 US-Dollar. Das ist weit entfernt vom Jahreshoch bei gut 211 US-Dollar. Heute Abend rücken nun die konkreten Zahlen in den Fokus. Investoren achten dabei besonders auf das Wachstum der Abonnementeinnahmen und die Fortschritte bei der KI-Monetarisierung.

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Diskussion zu ServiceNow

Über Dieter Jaworski 3321 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
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